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Ein Besuch im Figurenmuseum ArtArtà

Wer hier hier zu Besuch kommt, wird aus dem Staunen nicht mehr heraus kommen. Das Figurenmuseum ArtArtà in der Fußgängerzone des gleichnamigen Ortes Artá ist, ein im mallorquinischen Stil renoviertes Stadthaus, das sich selbst als Treffpunkt der regionalen Kunst und Kultur sieht. Schon beim Eintreten ahnt der Besucher, dass ihn hier allerhand Skurriles, Märchenhaftes und Phantastisches erwarten wird. Überrascht und erschrocken zugleich starrt man zunächst im ersten Stock des Museums in die riesigen Augen einer überdimensional geratenen Fratze. Die mächtigen Köpfe der hier ausgestellten Riesen sind Teil einer ganzen Serie von Figuren aus Ton, Pappmaché, Bronze und Harz des einheimischen Bildhauers Pere Pujol. Über einen Zeitraum von 30 Jahren erschuf der Künstler lebensgroße Dämonen, Hexen, Könige, Priester, Gnome und Tierfiguren, die der bunten phantastischen Märchenwelt des Museums ihr Leben einhauchen. Die magischen Figuren mit ihren zauberhaften bestickten Gewändern und goldenen Mondgesichtern scheinen direkt aus den mystischen Märchenbüchern der Rondalles gestiegen zu sein und ziehen jeden Betrachter sofort in ihren Bann. Schon an der Treppe zur oberen Etage beginnt die Reise in die zauberhafte Figurenwelt mit dem Märchensatz aller Sätze: „Es war einmal…“. Und wirklich erlebt man hier zahlreiche Märchenszenen hautnah. Im Saal 1 erwarten den Besucher faszinierende Zaubermärchen. Der zweite Saal präsentiert Tiermärchen mit zahlreichen liebevoll gearbeiteten Tierfiguren. Im dritten Raum geht es schaurig schön zu. Hier sorgen zwei makabere Schreckmärchen für Gänsehaut pur. Das eindrucksvolle Privatmuseum, welches ebenso ein Literaturcafé sowie einen Laden für feines Kunsthandwerk beherbergt ist eine Verwirklichung eines Kindheitstraums der Theaterdirektorin des Ortes Artà. Nach dem Tod ihrer Mutter, die ihr das zweistöckige Haus in der Fußgängerzone von Artà hinterließ, begann Maria Isabell Sancho damit, ihren Traum in die Tat umzusetzen. Sie erschuf einen Ort, wo man die Traditionen von Artà, seine mallorquinische Geschichte sowie das Kunsthandwerk des Ortes kennenlernen kann. Besonders die Märchenfiguren der Rondalles haben es der Museumsleiterin angetan. Wer bisher die Geschichten noch nicht gelesen haben sollte, wird sicherlich nach einem Besuch im Figurenmuseum ArtArtà das Bedürfnis verspüren, die skurrill zauberhaften Charaktere der Geschichten noch etwas näher kennenzulernen. Ganz ohne öffentliche Fördermittel realisierte Sancho dieses mutige Projekt aus eigener Tasche. Das Ergebnis kann sich durchaus sehen lassen und stellt eine Bereicherung der mallorquinischen Museums- und Kulturlandschaft dar.

Die Mandelblüte auf Mallorca

Mallorca ist zu jeder Jahreszeit wunderschön, doch ist sicher die Mandelblüte eines der besonderen Naturhighlights auf der Insel. Von Ende Januar bis Mitte Februar dauert das Fest für die Sinne, das jährlich Einheimische wie Besucher immer wieder neu verzaubert. Bei einer durchschnittlichen Tagestemperatur von etwa 15 bis 20 Grad findet der Frühling auf der Baleareninsel schon wesentlich früher statt. In dieser Zeit ist das Klima wie geschaffen für die rund acht Millionen Mandelbäume, die ihre weißen und rosafarbenen Blüten auf zauberhafte Art und Weise entfalten. Tatsächlich gibt es auf Mallorca rund 200 verschiedene Mandelsorten. Man unterscheidet sie grob in Bittermandeln mit rosafarbener und in Süßmandeln mit weißer Blüte. Wanderer und Naturfreunde finden überall auf der Insel einzelne Bäume aber auch großzügig angelegte Mandelbaumplantagen. Einige Gebiete sind besonders bekannt für ihre wunderschöne Mandelblüte. Das ist beispielsweise die traumhaft schöne Sierra de Tramuntana oder das westliche Landesinnere Mallorcas um die Orte Selva, Santa María, Marratxí, Bunyola, Lloseta und Sencelles. Doch auch im Osten der Insel um die Gemeinden Sant Llorenç Manacor, und Son Servera kann man dieses zauberhafte Naturschauspiel genießen. Natürlich blühen die Mandelblüten auch zwischen Palma de Mallorca und Andratx oder in nördlicher Richtung bis nach Sóller. Auf den ausgedehnten Wanderpfade oder Radwegen kann man diese Naturschönheiten am besten erkunden und der Duft der Mandelbäume lässt das Herz jedes Naturliebhabers höher schlagen. Zwischen saftig grünen Wiesen, schattigen Olivenhainen und ausladenden Schafweiden überzieht sich die mediterrane Landschaft Mallorcas mit einer zarten, weiß-rosa farbenenen Blütendecke und bietet einen atemberaubenden Anblick. Mandelbäume wurden auf Mallorca seit Anfang des 19. Jahrhunderts angebaut. Zu dieser Zeit herrschte auf der Insel eine bittere Reblausplage, die den Weinbau beinahe vollkommen zerstörte. Um sich ihren Lebensunterhalt weiterhin zu sichern, pflanzten die Landwirte die robusten Mandelbäume an. Eine Baumart, die von den Mauren bereits im neunten Jahrhundert nach Mallorca gebracht wurde. Schon Mitte des 20. Jahrhunderts war die Baleareninsel das größte zusammenhängende Mandelanbaugebiet der Welt. Die Erntezeit der Mandeln findet alljährlich im Hochsommer statt. Die leckeren, mallorquinischen Mandeln findet man in vielen kulinarischen Köstlichkeiten wieder. Dazu gehören unter anderem Mandelschokolade, Mandellikör oder das exquisite Mandelöl. Auf Mallorca werden derzeit jährlich rund 7.000 Tonnen Mandeln feinster Qualität geerntet.

San Sebastian & San Antoni – Die Feierlichkeiten beginnen

In Palma de Mallorca werden alljährlich im Monat Januar die Festlichkeiten zu Ehren des Heiligen Sebastian begangen. San Sebastian hat einer traditionellen Überlieferung zufolge die Stadt im Jahre 1523 mit einem Wunder von der Pest befreit. Die Feierlichkeiten, die sich über mehrere Tage erstrecken, werden begleitet von traditionellen Ritualen sowie zahlreichen Konzerten und Ausstellungen. Der Namenstag des Schutzpatrons ist der 20. Januar, doch bereits in den Tagen davor wird in Palma gefeiert. Eines der Highlights ist der Correfoc, an dem feuersprühende Menschen als Dämonen verkleidet durch die Straßen tanzen. Den Höhepunkt der San Sebastian Festwoche bildet die sogenannte Revetla am Abend des 19. Januars. Auf der Plaça Cort findet ab 19 Uhr ein farbenprächtiger Umzug zu Ehren des Heiligen Sebastian statt. In Richtung der Plaça Major ziehen riesige Drachen, Schwellköpfe und bunte Figuren untermalt von spektakulären Dudelsack-Klängen. Auf mehreren Plätzen finden zahlreiche Konzerte statt und die Stadt verwandelt sich in ein großes Musikfestival. Gleichzeitig grillen die Insulaner über Holzfeuern gemeinsam Fleisch und feiern bis in die frühen Morgenstunden. Am eigentlichen Feiertag, dem 20. Januar beendet ein wunderschönes Feuerwerk über dem Hafen von Palma die Feierlichkeiten zu Ehren von San Sebastian. Doch im Januar wird nicht nur San Sebastian auf Mallorca gefeiert. In vielen Orten auf der Insel feiert man zu dieser Zeit auch den Heiligen Antoni. Der Namenstag des Schutzpatrons für die Haus- und Nutztiere ist der 17. Januar. Bereits in der Nacht davor wird die Hexennacht gefeiert. Die „Nit de Bruixa“ wird vielerorts mit Teufelstänzen begangen. In den meisten Orten versammeln sich die Bewohner am Feuer zum Feiern, Essen und Trinken und führen traditionelle Tänze auf. Am 17. Januar bringen viele Insulaner ihre Tiere in die örtlichen Kirchen oder zum Marktplatz des Dorfes, um sie dort von den Geistlichen segnen zu lassen. Bei diesem Ritual werden Pferde, Schweine, Hühner, Ziegen und Schafe gesegnet. Am 19. Januar können die Tierbesitzer auch ihre Haustiere nach Palma bringen. Sie werden um die Mittagszeit vor der Kirche Sant Antoniet gesegnet. Diese sehenswerte Prozession der Haustierbesitzer mit ihren Hunden, Katzen, Meerschweinchen, Schildkröten und sogar Goldfischen wird von der Hunde- und Reiterstaffel der Polizei von Palma de Mallorca angeführt. San Antoni wird besonders im Osten Mallorcas groß gefeiert. Hier liegen die Ursprünge dieses Festes. Die Haupt-Ausrichtungsorte sind Sa Pobla, Manacor, Artà und Llucmajor.

Das Castell de Santueri

Ein wenig versteckt, südöstlich des Ortes Felanitx, thront auf dem gut 400 Meter hohen Puig de Santueri das historische Castell de Santueri. Die noch relativ gut erhaltene Festungsanlage erreicht man, vorbei an duftenden Orangen- und Mandelbäumen und Olivenhainen, über eine sehr schmale, steile und kurvenreiche Strasse zwischen Felanitx und Santanyí. Der Weg endet auf dem Parkplatz am Fusse des Castells. Über einen stufigen Weg gelangt man zur mächtigen Befestigungsanlage. Schon etwa 100 v. Christus, zur Zeit der Besatzung durch die Römer, stand an der Stelle des heutigen Castells de Santueri ein Wachturm zum Schutz der Inselbewohner. Nachdem Mallorca im Jahre 902 vom Emirat von Córdoba erobert wurde, errichtete man hier eine Festungsanlage. Nach einem Jahr eroberten die Truppen von König Jaume I. im Zuge der Requonquista das Castell zurück. Im 13. Jahrhundert war die Befestigungsanlage ein zentraler Verteidigungspunkt gegen die Truppen von König Aragon. Dabei wurde das Castell fast vollständig zerstört. Im 14. Jahrhundert baute man auf den alten Grundmauern das heutige Castell de Santueri, um die Insel vor den Angriffen der Piratenflotte zu schützen. Ab dem 18. Jahrhundert wurde das Castell seinem Schicksal überlassen und es verfiel. Die unter Denkmalschutz stehende Anlage wurde in jüngster Zeit allerdings umfangreich und detailgenau restauriert und abgesichert, so dass heute einem entspannten Besuch nichts mehr im Wege steht. Von der beeindruckenden Befestigungsanlage aus hat man einen atemberaubenden Ausblick in die Umgebung. So schweift der Blick über die weite Hügelkette Serres de Llevant und hinunter zur Küstenregion um den Ort Porto Colom. Auch das markante Steinkreuz des historischen Klosters Santuari de Sant Salvador auf einem benachbarten Höhenzug ist unschwer zu erkennen. Ist das Wetter gut und die Sichtverhältnisse optimal, schaut man sogar bis zu den benachbarten Inseln Menorca und Ibiza. Eine beeindruckende Aussicht, die man sicher so schnell nicht wieder vergessen wird. Jeder Besucher wird sofort von der wildromantischen Atmosphäre der Burgruine gefesselt sein. Hier ist ein Refugium der Stille und Beschaulichkeit. Souvenir-Shops oder Imbissbuden sucht man hier vergeblich. Dafür findet man aber Ruhe und eine wundervolle Naturkulisse inmitten steinerner Zeitzeugen der Geschichte Mallorcas. Da es hier auch kein Café oder Restaurant gibt, in dem man sich etwas erfrischen kann, sollte man vor einem Besuch daran denken, einen ausreichenden Wasser- und Proviant-Vorrat dabei zu haben.

Rolf Schaffner – Der Künstler und seine Skulpturen

Eine bedeutende Persönlichkeit der mallorquinischen Kunstszene ist sicherlich der Bildhauer Rolf Schaffner. Auch wenn einem der Name nicht unbedingt geläufig ist, so haben doch schon viele einige seiner Kunstwerke gesehen. Schaffner (1927-2008) lebte und wirkte hauptsächlich in der Gemeinde Santanyí. So stehen auch hier einige seiner imposanten Werke. Beispielsweise die beiden Statuen Rey y Reina, die aus einem sechs Meter Koloss und einem 4,50 großen Kunstwerk am Kreisverkehr Santanyí-Llombards einen König und eine Königin darstellen sollen. Nicht zu vergessen die mächtigen Kalksandstein-Figuren, die einem zwischen den Grünanlagen bei Son Danus an der Straße zwischen Campos und Santanyí in Auge fallen. Oder wer kennt nicht die eindrucksvolle Fassade der Kirche des Ortes Cala Figuera. Und etwas versteckt stehen am Kreisverkehr nach Cala Llombards die knapp 7 Meter hohen „Caballos). Eine Steinskulptur aus sechs Pferden. Obwohl der Künstler, wie kein anderer, der Gemeinde Santaní seinen unverwechselbaren Stempel aufgedrückt hat, hatte Schaffner nicht viel im Sinn mit dem Trubel des örtlichen Kunstmarkts. Viel wichtiger war für ihn eine freie Entfaltung. Und entfalten konnte er sich auf der Insel. Sein Atelier, das auch gleichzeitig sein Ausstellungsraum war, befand sich unter freiem Himmel und ebenso in der Finca Son Danus. Noch heute kann man hier ein eindrucksvolles Skulpturen-Ensemble vorfinden. Zu Ehren des deutschen Bildhauers und seinen Werken widmet die Gemeinde Santanyí dem Künstler einen eigenen Ausstellungsraum im örtlichen Kulturzentrum Ses Cases Noves. Hier, im Rahmen der Dauerausstellung mit dem Namen „Rolf Schaffner – Collecció Nora Braun“, kann man 15 Skulpturen aus Stein und Bronze bestaunen. Rolf Schaffner wurde 1927 im Südschwarzwald geboren. Von 1956 bis 1962 studierte er Kunst an der Akademie der Bildenden Künste in München. Hier erhielt er im Rahmen eines Künstler-Wettbewerbes des Nationalen Olympischen Komitees in Deutschland den 3. Preis für seine überdimensionierte Betonskulptur »Athlet«. Doch sein wahres Zuhause fand er in der Stadt Santanyí. Die wohl bedeutendste Arbeit Rolf Schaffners ist aber das Projekt „Equilibrio“ oder auch Equilibrium (Gleichgewicht). Das länderübergreifende, 1995 entstandene, Werk am Fußweg in Richtig Es Pontás, ist der südlichste Teil eines Gesamtwerkes, das aus insgesamt fünf Stelen besteht. Diese meterhohen Kunstwerke bilden ein Kreuz das ganz Europa verbindet. Die anderen Objekte befinden sich in Trontheim (Norwegen), Bensberg bei Köln, Cork (Irland) sowie Wolgograd (Russland). Schaffner verstand dieses Werk als Symbol des Friedens und der Demokratie sowie eines verantwortungsvollen und bewussten Umgangs mit der Natur.

Die Windmühlen auf Mallorca

Ohne Zweifel sind die vielen Windmühlen das Wahrzeichen der Insel. Zahlreiche typisch mallorquinische Windmühlen prägen das Landschaftsbild Mallorcas. Immer wieder imposant ist das Gesamtkunstwerk von liebevoll restaurierten, gut erhaltenen oder halb verfallenen Windmühlen, das jeden Besucher schon bei dem Anflug auf die Baleareninsel ins Auge sticht. Auf Mallorca befinden sich im Mittelmeerraum, neben der Insel Kreta, die meisten Windmühlen weltweit. Die höchste Dichte findet sich in der Mitte der Insel. So gibt es beispielsweise in der Gemeinde Muro 193 Mühlen, in Llucmajor 106 und in Ses Selines 99. Sa Pobla bringt es gar auf insgesamt 311 Wasser- und Getreidemühlen. Ein Großteil der Mühlen, die im Laufe der Zeit verfallen sind, wurden durch die Gemeinden teils aufwendig und liebevoll restauriert. In Santa Maria, in der Inselmitte, entstand beispielsweise in einer wieder aufgebauten Mühle das noble Restaurant Moli des Torrent, wo man köstliche Spezialitäten in romantischem Ambiente genießen kann. Weitere sehr gut erhaltene Exemplare befinden sich auch um den Ort Campos. Die Geschichte der Windmühlen auf Mallorca geht bis in die Zeit der Eroberung durch die Christen im Jahre 1229 zurück. Dabei gibt es bis heute noch ganz unterschiedliche Formen und Einsatzgebiete. Im 14. und 15. Jahrhundert wurden Mühlen mit einem breiten Rundturm von den Bauern als Getreidemühlen für Korn und Mehl verwendet. Auch zahlreiche Ölmühlen säumten die Insel. Hier wurde das wertvolle Olivenöl, das flüssige Gold Mallorcas, gepresst. Zu ihrer Blütezeit, im 18. Jahrhundert, waren rund 1.000 Windmühlen über die gesamte Insel verteilt. Die meisten Mühlen verfügen über charakteristische Segelstangenflügel. Hierzu gehören auch die sogenannten Pumpmühlen. Diese wurden im 19. Jahrhundert dazu verwendet das Grundwasser für die Landwirtschaft zu Tage zu pumpen. Fast alle, der heute noch erhaltenen Mühlen auf Mallorca, werden noch immer für die Grundwassergewinnung verwendet, allerdings sind von den ursprünglich 2.500 Wasserfördermühlen heute nur noch sehr wenige aktiv in Gebrauch. Vollständig still stehen jedoch die Salz- und Getreidemühlen, die noch bis in das 20. Jahrhundert hinein hier ihren Dienst verrichteten. Um das kulturelle Erbe der mallorquinischen Windmühlen zu schützen, hat das Umweltministerium einen umfassenden Maßnahmenkatalog erstellt, der die Katalogisierung, Erhaltung und Restaurierung dieser Baudenkmäler regelt. Ebenso wurde vom Inselrat die Ruta des Molins ins Leben gerufen. Auf dieser Route liegen sechs sehenswerte restaurierte Windmühlen.1

Eine Wanderung zum Castell d\’Alaró

Ein attraktives Ausflugsziel für eine ausgedehnte Wanderung durch die Serra de Tramuntana ist das Castell d’Alaró. Die Ruine einer ehemaligen Festung, einst Schauplatz vieler Schlachten, ist nun eine Ruheoase inmitten einer einmaligen Landschaftskulisse. In etwa 820 Metern über dem Meeresspiegel auf dem Puig de Alaró thront, majestätisch in die Felsen eingebettet, das eindrucksvolle Castell, das einer der wohl symbolträchtigsten Orte auf Mallorca ist. Für die Mallorquiner gilt die Festungsanlage als ein Freiheitssymbol. Von hier setzten sich die Inselbewohner lange Zeit gegen Belagerungen durch Römer und Araber zur Wehr. Gegen die Truppen aragonesischen Königs widerstanden die Volkshelden En Bassa und En Cabrit. Lange Zeit galt das Bauwerk als uneinnehmbar und schützte die Insel und ihre Bewohner vor feindlichen Übergriffen. Der Zugang zur Burgruine Castell de Alaró führt über eine 4 Kilometer lange Serpentinenstraße, die man vom urigen Bergdorf Orient aus erreichen kann. Die engen Kurven der relativ schmalen Strasse können für den Fahrer eine spannende Herausforderung darstellen. Kurz vor der Finca Es Verger verschlechtert sich der Zustand des Weges. Am besten stellt man das Fahrzeug am Parkplatz der Finca ab und legt die restliche Strecke zu Fuss zurück. Im gemütlichen Landgasthof kann sich vorher noch wunderbar gestärkt werden, bevor man sich auf die etwa einstündige Wanderung begibt. Alternativ kann man den steinigen Weg zum Parkplatz Es Pouet hochfahren. Von dort aus dauert die Wanderung nur rund 15 Minuten. Am Ende eines Treppenaufgangs ist man am Ziel und wird sofort mit einem grandiosen Ausblick belohnt. Spätestens dann weiß man, dass sich der Aufstieg gelohnt hat. In Richtung Süden fällt der Blick auf den Ort Alaró und weiter über die wunderschöne Ebene Richtung Norden erheben sich die mächtigen Gebirgszüge der Tramuntana. Die beeindruckenden Turm und Mauerreste des Castells sind aus nächster Nähe noch beeindruckender, als sie von Weitem schon erahnen lassen. Wer einen weiteren Aufstieg nicht scheut, dem sei empfohlen, weiter hinauf zur Ermita de Nostra Senyora del Refugi zu wandern. Wenn die Sicht gut ist, kann man von der Aussichtsterrasse bis hinunter nach Palma blicken. In etwa einer Stunde Fussmarsch vom Castell entfernt liegt außerdem das frühere Kloster „Oratorio de la Mare de Déu“. Wer in dieser atemberaubenden Kulisse inmitten üppiger Olivenhaine noch etwas verweilen möchte, kann hier günstig übernachten.

Die Mönchsgeier auf Mallorca

Mallorca ist bekannt für seine herrliche Landschaft und das Artenreichtum der Flora und Fauna. Zu den besonders imposanten Tieren auf der Insel zählen zweifelsohne die mächtigen Mönchsgeier, die über dem wunderschönen Gebiet der Serra de Tramuntana majestätisch ihre Kreise ziehen. Mit einer Flügelspannweite von knapp drei Metern und einem Körpergewicht von 7 bis 12 Kilo zählen die Mönchsgeier zur größten Vogelart Europas. Seinen Namen hat der Geier von der dunklen Federkrause, die seinen kurzen, nackten Hals umgibt und an den Kragen von einer Mönchsrobe erinnert. Auf Mallorca leben über 130 Exemplare der vom Aussterben bedrohten Spezies. Hier auf Mallorca haben diese Tiere einen ganz besonderen Status. Für die Landwirte und Hirten auf der Insel gelten Sie als Reinigungspolizei. Denn der Mönchsgeier ernährt sich ausschließlich von Aas. An bestimmte Orte legen die Bauern die verendeten Tiere aus ihren Herden ab. Gelegentlich kommen dann die Geier vorbei, um ihr Futter zu verspeisen. Der scharfe und kräftige Schnabel kann Fleisch, Sehnen und Muskeln seiner Beute ganz ohne Mühe zerkleinern. Die Mönchsgeier haben keinen Geruchssinn, daher gleiten sie in großen Kreisen durch das Gebirge um ihre Beute zu erspähen. Die Mönchsgeier essen immer soviel, bis sie auch satt sind, denn für die Verdauung einer Mahlzeit benötigen sie etwa drei Tage. Wer die Mönchsgeier live in Aktion sehen möchte, hat dazu eine gute Gelegenheit am Aussichtspunkt Mirador de Ses Barques, oberhalb des Ortes Sóller. Hier ist ein Ausgangspunkt für die Geierwanderungen. Außerdem hat man von hier aus einen überwältigenden Blick hinunter zum Hafenbecken von Port de Sóller und über das herrlich schimmernde blaue Mittelmeer. Hautnah erleben kann man die Mönchsgeier auch in der Black Vulture Conversation Foundation (BVCF). Die Stiftung zum Schutz der Mönchsgeier, in der Inselmitte Mallorcas, verfügt über eine Aufzuchtstation. Die Aufzucht in der Gefangenschaft ist wichtig, um den Artenbestand zu erhalten. In der für Besucher freigegebenen Einrichtung kümmert man sich auch um verletzte und kranke Tiere sowie um verlassene Jungtiere. Auf der Station befindet sich ein Observatorium, von wo aus man wunderbar die Geier bei Fütterungen und beim Nestbau beobachten kann. Zur Anlage gehört darüber hinaus ein interessanter Lehrpfad über das Leben der Mönchsgeier.

Botanicactus – Europas größter Botanischer Garten

Der Botanicactus im Süden von Mallorca, am Rand von Ses Salines in Richtung Santanyí, ist der größte Botanische Garten Europas. Die im Jahr 1989 fertig gestellte Anlage ist zudem die erste ihrer Art auf den Balearen. In diesem ansprechenden und gepflegt angelegten Park haben nicht nur Kakteen-Fans ihre wahre Freude, denn allein 10.000 unterschiedliche Kakteen-Arten wachsen in dieser beeindruckenden Parkanlage. Auf einer Fläche von rund 150.000 Quadratmetern findet sich darüber hinaus eine vielfältige wüstenartige bis tropische Vegetation. Im dem etwa 50.000 Quadratmeter umfassenden Feuchtgarten des Botanicactus fühlt man sich wie in eine Dschungelwelt versetzt. Schattenspendende Palmen, saftige Grünflächen und üppiger Bambus säumen die Fläche. Inmitten dieses traumhaften Szenarios befindet sich ein künstlich angelegter See mit einer Fläche von rund 10.000 Quadratmetern. Das etwa 4 Meter tiefe Gewässer, mit einem Inselchen und Wasserfontäne ist übrigens das größte seiner Art auf den gesamten Balearen. In trockenen Perioden dient es zudem zur Bewässerung der Pflanzen. Eine weitere Fläche von ca. 40.000 Quadratmetern ähnelt einer einsamen Wüstenlandschaft. Die trostlose Einsamkeit hat einen ganz besonderen Reiz. Man findet hier alle nur erdenklichen Kaktussorten und -formen, die teilweise wirklich gigantisch anmuten, sowie beeindruckende Wüstenpflanzen. Kleine Hügel sorgen für eine stimmungsvolle Auflockerung des bezaubernden Landschaftsbildes. Hier findet man Ruhe und Enstpannung inmitten einer eindrucksvollen Oase seltener Pflanzenarten. Dann wiederum repräsentiert sich auf rund 25.000 Quadratmetern die typisch mallorquinische Flora. Man schlendert durch grüne Pinienwälder, herrlich arrangierte Mandelbaumgruppen, Zypressen und duftende Orangenbäume. Olivenhaine, Johannisbrot- und Granatapfelbäume sorgen für atemberaubende Aromen, die die Sinne berühren. Liebevoll dekorierte Ecken mit alten Eselskarren, Tonkrügen und Brunnen zeigen, mit wie viel Sinn für Details die stimmungsvolle, mediterrane Atmosphäre des Botanicactus gestaltet wurde. Dazwischen sorgen wunderschön angelegte Gänge für angenehmen Schatten. Auch die ursprünglichen mallorquinischen Steinmauern sind hier zu finden. Die wirklich für einen Besuch lohnende Anlage ist sehr gepflegt und sauber, da genügend Müllbehälter zur Verfügung stehen, die von den achtsamen Besuchern des Botanischen Gartens genutzt werden. Auch die Sanitäranlagen am Parkeingang lassen keine Wünsche an Sauberkeit und Hygiene offen. Positiv ist auch, dass der Botanicactus nur selten überlaufen ist und genügend Ruheplätze sowie Picknickmöglichkeiten zur Verfügung stehen. Ein perfektes Ausflugsziel für Natur- und Pflanzenfreunde, in dem man gut und gerne mal einen ganzen Tag verbringen kann. Adresse:BotanicactusPlaça ses Creus, 1Straße von Ses Salines in Richtung Santanyí (1 km)07640 Ses SalinesWebsite: www.botanicactus.com

Parc Natural de S’Albufera de Mallorca

Der Parc Natural de S’Albufera im Norden von Mallorca liegt zwischen Can Picafort und Port d’Alcudia. Er gehört zu der Gemeinde Muro. Der rund 1700 Hektar große Nationalpark lockt regelmäßig Naturliebhaber und Vogelbeobachter an. Tatsächlich sind in diesem Naturschutzgebiet rund 300 verschiedene Vogelarten heimisch oder dienen für die Zugvögel als Zwischenstation zur Rast. Von den zahlreichen Hochständen, die überall im Parc Natural de S’Albufera aufgestellt sind, hat man die Möglichkeit, die Artenvielfalt der Vogelwelt zu beobachten. Neben Fischreihern und Stelzenläufern findet man auch Vogelarten, die auf der Liste der vom Aussterben bedrohten Tiere stehen. Das Feuchtbiotop bietet sich als hervorragender Rastplatz für Wanderfalken, Fischadler oder weitere Zugvögel an. So ziehen oft ganze Schwärme von majestätisch gleitenden Störchen oder Flamingos über das Naturschutzgebiet. Wer hier Zeit und Geduld mitbringt, wird das eine oder andere Highlight erleben. Im übrigen ist Zeit etwas, dass auf diesem idyllischen Fleckchen Erde stehengeblieben zu sein scheint. Das Naturschutzgebiet S’Albufera besteht zum größten Teil aus Sumpfland, welches von den beiden Zuflüssen Torrent de Sant Miquel und Torrent de Muro gespeist wird. Wer hier wandert oder spazieren geht, fühlt die Ruhe und genießt die friedliche Stimmung, die das Feuchtbiotop ausstrahlt. Fernab vom Touristentrubel ist dies eine Oase der Stille, inmitten unberührter Natur. Wanderer und Naturfreunde sind immer wieder aufs Neue hingerissen von der Schönheit dieses Ortes. Im Parc Natural de S’Albufera trifft der Besucher auch auf eine Vielzahl kleinerer Säugetierarten. Nagetiere, wie Hasen, Ratten oder Mäuse sind hier ansässig. Dazu finden sich ungiftige Schlagen und unterschiedliche Arten von Fledermäusen. Hier kommt auch die Europäische Sumpfschildkröte vor. In den zahlreichen Gewässern des Naturparks tummeln sich außerdem rund 30 verschiedene Fischarten, wie Barsche oder Aale. Auf den zahlreichen, gut ausgeschilderten Wanderwegen bietet sich dem Naturfreund eine vielfältige Vegetation. Rund 400 verschiedene Pflanzenarten, darunter mehr als 200 Pilzsorten, wachsen in diesem Feuchtgebiet. Das mediterrane Klima, mit einer angenehmen durchschnittlichen Jahrestemperatur von etwa 16° C, ist ideal für lange Wanderungen oder ausgedehnte Spaziergänge. Das einladende, mit bequemen Sitzbänken ausgestattete Besucherzentrum versorgt die Gäste mit übersichtlichen Landkarten. Wer Wert legt auf eine beschauliche Atmosphäre und eine atemberaubende Natur inmitten einer ruhigen Sumpflandschaft, für den ist ein Besuch im Parc Natural de S’Albufera ganz sicher ein lohnender Ausflug.