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Spaziergang zur Nekropole von Son Real

Im Norden von Mallorca, in der Nähe von Can Picafort, liegt die Nekropole von Son Real. Die bizarr anmutende Totenstadt befindet sich auf der Landzunge Punta des Fenicis (Spitze der Phönizier) direkt am Meer. Bei der Nekropole, die zur Gemeinde Santa Margalida gehört, handelt es sich um das einzige oberirdische Gräberfeld Mallorcas. Etwa einen Kilometer vor der Begräbnisstätte, im Naturschutzgebiet Son Real, findet sich eine Hinweistafel mit vielen nützlichen Informationen. Das Areal von Son Real ist etwa 800 Quadratmeter groß und stammt aus dem 7. bis 4. Jahrhundert v. Chr. Während der Ausgrabungen zwischen 1957 und 1970 entdeckten die Archäologen 109 noch gut erhaltene Grabstätten. In den Gräbern, die teils rund, rechteckig oder hufeisenförmig angelegt waren, fand man mehr als 300 Skelette, die in Fötusstellung lagen. Weiterhin barg die Nekropole Tierknochen, Muscheln, Schmuck und Waffen aus der talayotischen Kulturepoche. Ursprünglich war der Friedhof wahrscheinlich noch größer, doch ein großer Teil der prähistorischen Begräbnisstätte wurde Opfer der Meereserosion. Die meisten der Funde kann man heute im Museu monogràfic de Pollèntia in Alcúdia besichtigen. Für viele Mallorquiner ist Son Real eine Art Miniaturausgabe von Mallorca. Hier erlebt man man Geschichte, Kultur, Architektur und Landschaft der Insel in kompakter Form. Ein Besuch der Nekropole lässt sich gut mit einem Abstecher zur Finca Son Real verbinden. Das etwa 400 Hektar große Landgut stammt aus dem Mittelalter und befindet sich zwischen Son Serra und Can Picafort. Die Finca in unmittelbarer Nähe zu Son Bauló gilt als Geheimtipp für Mallorca-Insider, da viele Touristen es wohl für ein privates Anwesen halten. Doch das Landgut ist ein wertvolles Informationszentrum, das der Öffentlichkeit zugänglich gemacht wurde. Im Jahre 2004 kaufte die Balearen-Regierung das Anwesen und machte es zu einem sehenswerten Museum traditioneller malloquinischer Historie. Die Finca setzt sich aus mehreren Gebäuden zusammen und besteht aus dem Herrenhaus mit einem großzügig angelegten Patio, Ställen, einer Kapelle, Werkstätten und Wehrtürmen. Das Haupthaus birgt ein historisches Museum, das einen Besuch wert ist. Im Park der Finca gibt es einige Wildgehege, in denen man unter anderem auch die berühmten Cerdos Ibéricos, die schwarzen Schweine von Mallorca beobachten kann. Mit etwas Glück trifft man bei seinem Spaziergang durch Son Real auch auf die mallorquinische Mittelmeerschildkröte, die übrigens im Logo von Son Real abgebildet ist.

Ein Ausflug zum Es Pontas bei der Cala Santanyí

Das Tor zum Meer, so wird der bekannte Felsenbogen Es Pontas an der Cala Santanyí auch genannt. Die eindrucksvolle Felsbrücke gehört zu den beliebtesten Fotomotiven auf Mallorca und ziert unzählige Magazine, Urlaubsbroschüren und Postkarten. Doch die Fotos werden nicht annähernd dem gerecht, was diese Felsformation verspricht, wenn man sie in natura live gesehen hat. Der Bogen ist so gewaltig, dass selbst die beste Kamera seine Dimensionen nicht wiedergeben könnte. Es Pontas sieht ähnlich wie eine riesige Brücke aus, von der allerdings beide Enden ins Meer hinein ragen. Ein Anblick, der jeden Besucher immer wieder aufs Neue in seinen Bann zieht. Ein Ausflug nach Es Pontas lohnt sich auf jeden Fall, auch wenn der Weg dorthin vielleicht ein wenig beschwerlich ist. Von Santanyí aus erreicht man die gleichnamige Cala und den Felsenbogen Es Pontas über zwei Straßen. Am schnellsten geht es über die Zufahrt nach Cala Figuera. Vom Strandparkplatz der Cala Santanyí geht es dann den Rest des Weges zu Fuß weiter. Der Fußweg führt an einer steinigen und steilen Böschung entlang und sollte mit festem Schuhwerk zurückgelegt werden. Doch für die Anstrengung wird man reich belohnt, denn das Tor zum Meer zählt zu einem der beeindruckendsten Naturwundern der Welt. Wanderfreunde und Naturbegeisterte sind von diesem spektakulären Bogen genauso hingerissen, wie auch Extremkletterer oder Tauchfans aus aller Welt. Die kunstvolle Felsformation wurde auch von dem Künstler Rolf Schaffner entdeckt. Er hat sich Es Pontas als Standort für eines seiner beeindruckenden Kunstwerke auserkoren. Gleich neun riesige, sechs Meter hohe Felsblöcke hat der Meister vor dem Felsbogen aufeinander gestapelt. Sie sind ein Teil seines Gesamtkunstwerks mit dem Namen „Equilibrio“, vom dem auch Kunstwerke gleicher Bauweise in Köln, Wolgograd, Cork und in Trondheim stehen. Die Cala Santanyí eignet sich außerdem für einen entspannten Badeausflug. In der rund 500 Meter langen, von Felsen umrahmten Strandbucht kann man wundervoll die Seele baumeln lassen. Hier herrscht noch kein Massentourismus. Neben einem Hotel mit einer Strandbar findet sich eine gemütlichen Snack-Terrasse, die leckere Salate und kleine Gerichte anbietet. Und oberhalb des Hotels kann man herrlich auf der Terrasse einer Pizzeria die Abendsonne bei einem Glas Wein genießen und den Tag ganz gemütlich ausklingen lassen.

Das Santuari de Lluc

Ein sehenswertes Kleinod im Tramuntanagebirge ist das beschauliche Santuari de Lluc. Diese hübsch angelegte Klosteranlage liegt inmitten einer wunderschönen Naturkulisse auf etwa 500 Metern Höhe und lohnt einen Besuch. Besonders für Wanderfreunde ist das Santuari ein beliebter Ausgangspunkt für Tagestouren in der Tramuntana, da es auch über eine günstige Herberge verfügt. Das Kloster kann man bequem mit dem Auto oder zu Fuß erreichen. Die Klosteranlage Lluc wurde um ca. 1250 errichtet. Nach einigen Zerstörungen wurde es im 17./18. Jahrhundert wieder restauriert, umgebaut und vergrößert. Heutzutage ist das Santaurari eine Pilgerstätte sowie ein beliebtes Ziel für Touristen und Einheimische, denn es bildet das Zentrum des religiösen Mallorcas. Das zentrale Gebäude des Santuari de Luc ist die hübsche Klosterkirche. Hinter dem Altar befindet sich das wertvolle Objekt und Ziel der Pilgerreisenden: die berühmte Madonnafigur „La Morenata“. Ansonsten ist die Kirche, die im Jahre 1914 eingeweiht wurde, eher spärlich eingerichtet. Den schönsten Ausblick über die herrliche Landschaft erhält man, wenn man den nahegelegenen Kalvarienberg besteigt. Auf dem kurzen Fußweg trifft man auf eine beeindruckende Sammlung von Sonnenuhren. Von hier aus kann man die gesamte Klosteranlage überblicken. Außerdem schweift der Blick über idyllische Berge und Täler. In einem Seitenflügel des Hauptgebäudes ist ein interessantes Museum untergebracht. Hier sind hauptsächlich Ausstellungsstücke zur mallorquinischen Geschichte zu bewundern. So finden sich hier neben archäologischen Funden aus Mallorca auch alte Möbel, Keramiken, Handarbeiten, Textilien oder Gemälde. Sehenswert sind außerdem der hübsche Klostergarten sowie der Innenhof des Monestir de Lluc. Das Kloster Lluc beherbergt zudem ein Internat für Jungen. Die Schüler stehen unter einer besonderen musikalischen Förderung und außerhalb der Schulferien kann man täglich den weltbekannten Kinderchor „Blauets“ beim Üben zuhören. Auf dem Gelände des Klosters befindet sich neben der Herberge mit ihren rund 80 Zimmern und 39 Apartments auch ein schönes Restaurant, das besonders bei Wanderfreunden sehr beliebt ist. Empfehlenswerte Wanderrouten von hier aus sind unter anderem der Abstieg hinunter durch den „Torrent de Pareis“, welcher als eine der tiefsten Schluchten Europas gilt. Eine weitere schöne Tour ist außerdem eine Wanderung zum zweithöchsten Berg Mallorcas. In etwa drei Stunden erreicht man den 1348 Meter hohen „Massanella“. Da die Herberge der Klosteranlage ein beliebtes Ausflugsziel ist, empfiehlt sich trotz der vielen Zimmer eine vorherige Reservierung.

Die Stierköpfe aus Costitx

Fernab vom Massentourismus befindet sich der kleine Gemeindeort Costitx. Das rund 1.200 Einwohner zählende Städtchen nördlich von Inca beherbergt eine der wohl geschichtsträchtigsten Ausgrabungsstätten Mallorcas. Hier entdeckte im Jahre 1894 der Mallorquiner Joan Vallespir de Can Pere Pina auf seinem Anwesen, dem Landgut Son Corró, wertvolle Bronze-Stierköpfe in Lebensgröße. Der Fund der Caps de Bou de Costitx rief die archäologische Gesellschaft auf den Plan, die kurz darauf mit ihren Ausgrabungen begann. Dabei wurde eine historische Kultstätte mit weiteren Gegenständen aus der talayotischen Zeit entdeckt. Bis heute gelten jedoch die drei Stierköpfe als die spektakulärsten Funde der Ausgrabungsstätte. Die bronzenen Caps de Bou stammen aus dem 6. bis 5. Jahrhundert v. Chr. Sie sind aus einem Stück gegossen. Bemerkenswert daran ist die detailgenaue Nachbildung. Augen, Nüstern, Maul und Hörner der Stierköpfe wirken verblüffend natürlich. Jeder der Stiere von Costix verfügt über eine große Öffnung. Man nimmt an, dass diese Köpfe damals an Schiffen angebracht waren und als Gallionsfiguren dienten. Möglicherweise wurden die Caps de Bou von talayotischen Piraten als Beute genommen. Da die Stierköpfe von Costix eine große Ähnlichkeit haben mit Fundstücken aus Griechenland, Portugal, und Persien sowie Köpfen, die auf Malta und Sardinen entdeckt wurden, gehen Historiker davon aus, dass die balearischen Ureinwohner schon in der Frühzeit einen regen Kontakt zu anderen Kulturen gepflegt haben müssen. Die Caps de Bou gelten als ein Zeugnis des traditionellen Stierkultes der Talayots. Im Mittelmeerraum gilt der Stierkult als eine sehr alte Tradition. Fresken und Abbildungen, beispielsweise auf Kreta, weisen darauf hin, dass bereits um etwa 1.500 v. Chr. dieser Kult gepflegt wurde. Die Originale der Stierköpfe sind heute im Nationalmuseum in Madrid ausgestellt. Warum das so ist, hat seinen Grund: Damals durfte jeder Eigentümer eines archäologischen Fundortes Geld für seine Fundstücke verlangen. Die archäologische Gesellschaft hatte leider nicht die Mittel, um den Fund aufzukaufen. Damit die Köpfe nicht in die Hände von Kunsthändlern gelangten, wurde ein Presseaufruf gestartet. Zwei Mallorquiner schalteten daraufhin die Zentralregierung in Madrid ein und die Köpfe konnten im Nationalmuseum untergebracht werden. Heute sind im Santuari de Son Corró, dem Kulturhaus von Costitx, detailgetreue Nachbildungen der Stierköpfe zu sehen. Die original Ausgrabungsstätte Santuari Talaiòtic de Son Corró befindet sich rund 2 Kilometer vom Ortszentrum entfernt und kann besichtigt werden.

Mallorca und seine Wochenmärkte

Farbenfrohe Obststände, leckeres Gemüse, frische Blumen und drumherum buntes Markttreiben bei strahlendem Sonnenschein. Mallorcas Wochenmärkte, wie der in Santanyí, sind ein wahrer Genuss für die Sinne. Über die ganze Insel verteilt finden täglich authentische Märkte statt, die einen Besuch lohnen. Das vielfältige Warenangebot reicht von frischen mallorquinischen Lebensmitteln über Spirituosen, Bekleidung, oder Schmuck bis hin zu originellen Handarbeiten oder Dekoartikeln. Auch etwas Kunst und Kitsch darf hier natürlich nicht fehlen. Alquería Blanca ist ein sehr sympathisches Dorf, das aufgrund seines Charmes und seiner freundlichen Einwohner ein gern besuchter Ort ist. Um die kleine ‚Plaza‘ herum formieren sich Bars und Restaurants, kleine Geschäfte und auch das Immobilienbüro Lucie Hauri. Auf dem Wochenmarkt, der dienstags auf der Plaza stattfindet, wird neben frischem Obst und Gemüse auch allerlei für den Haushalt angeboten. Einer der beliebtesten Wochenmärkte findet jeden Mittwoch in Sineu statt. Hier findet sich eine abwechslungsreiche Mischung aus Obst- und Gemüseständen sowie traditionelles Töpferhandwerk. Auch Tiere und landwirtschaftliche Produkte und Gerätschaften bieten die Händler rund um die charmante historische Pfarrkirche Mare Deu an. In den schmalen Gassen rund um den Markt gibt es kleine Bars und einladende Restaurants auf deren Terrassen man sich bei einer Erfrischung wundervoll entspannen kann. In Inca ist am Donnerstag der Markttag. Die bunten Stände ziehen sich durch die ganze Fußgängerzone des Ortes. Schon von Weitem steigen dem Besucher köstliche Gerüche von Obst, Gemüse und Gewürzen in die Nase. Vor allem Lederwaren werden hier feil geboten. Und ja, feilschen, das sollte man auf jeden Fall, denn hier lässt sich mit Sicherheit das eine oder andere Schnäppchen machen. In der Ortsmitte, auf der Plaça von Llucmajor, erlebt man einen typisch mallorquinischen Wochenmarkt am Freitag. Vor dem alten Rathaus reihen sich gut bestückte Stände mit typisch mallorquinischen Köstlichkeiten. Gern darf auch die eine oder andere Spezialität gekostet werden. Die Händler freuen sich immer über ein positives Feedback ihrer Kunden. Der Ort ist außerdem bekannt für seine Konditorei, deren Torten dort ganz hervorragend sein sollen. Santanyí ist ein gewachsener Ort mit historischem Zentrum und einem sehr vielfältigen kulturellen Angebot. Besonders schön ist auch der Wochenmarkt, der sich jeden Mittwoch und Samstag (ca. 10:00 Uhr – 13:00 Uhr) mit seinen vielseitigen Ständen durch das ganze Dorfzentrum zieht. Am Sonntag empfiehlt sich ein Besuch des Marktes von Santa Maria. Der Bummel über den Markt wird zu einer kulinarischen Reise in die mediterrane und mallorquinische Küche. Überall locken köstliche Gaumenfreuden und laden zum Genießen ein. Besonders bekannt ist Santa Maria wegen seiner zahlreichen kleinen Handwerksgeschäfte und nach dem Marktbesuch lädt der Klostergarten dazu ein, in Ruhe die Seele baumeln zu lassen. In Palma findet ein dauerhafter Markt in den Markthallen der Plaça Olivar oder Santa Catalina statt. Hier findet sich alles an köstlichen Lebensmitteln und frischen Spezialitäten, was das Herz begehrt. Außerdem findet jeden Samstag auf der Avenida Gabriel Alomar Villalonga ein großer, bunter Flohmarkt statt. Auf Mallorca ist jeden Tag Markt – nur eben an jeweils anderen Orten. So können Sie jeden Tag den Wochenmarkt in einer anderen Inselgemeinde erleben. Hier die Auflistung aller Handelsplätze, Floh- und Kunsthandwerkermärkte: Montags:Caimari, Cala Millor, Calvià, Lloret, Manacor, Mancor, Montuïri. Dienstags:Alcúdia, Alqueria Blanca, Arenal, Artà, Binissalem (18 bis 21 Uhr Bioobst- und Biogemüse), Campanet, Es Pla de na Tesa, Llubí, Peguera, Pina, Porreres, Portocolom, Santa Margalida. Mittwochs:Andratx, Bunyola, Capdepera, Cas Concos, Llucmajor, Petra, Port de Pollença, Sant Jordi, Sa Ràpita, Santanyí (auch Kunsthandwerk+Kleidung), Selva, Sencelles, Sineu, Vilafranca. Donnerstags:Arenal, Ariany, Calonge (auch Kunsthandwerk+Kleidung), Campos, Consell, Es Llombards (auch Kunsthandwerk+Kleidung), Inca, Pòrtol, S´Illot, Sant Joan, Sant Llorenç, Ses Salines. Freitags:Algaida, Alaro, Arenal, Binissalem, Can Picafort, Inca, Llucmajor, Maria de la Salut, Son Ferrer, Son Servera, Son Carrió, Es Pont d’Inca. Samstags:Alaró, Búger, Bunyola, Cala Rajada, Cala Millor, Campos, Costitx, Esporles, Lloseta, Magaluf, Palma (ökologische Produkte auf der Plaça Bisbe Berenguer de Palou, 8 bis 14 Uhr), Santa Eugènia, Santa Margalida, Santanyí (auch Kunsthandwerk+Kleidung)Santa Ponça, Sóller. Sonntags:Alcúdia, Cala D’or (Kunsthandwerk, 18 bis 23 Uhr), Calvià, Consell, Inca, Felanitx, Muro, Pollença, Porto Cristo, Santa Maria, , Valldemossa. Ökomarkt im Gewerbegebiet Marratxí (9 bis 14 Uhr). Flohmarkt:Alaró (2. SA im Monat); Artà(1. SO im Monat); Cala D’or (SO, 18 bis 23 Uhr, Kunsthandwerk); Cala Egos (DO, 18 bis 23 Uhr, Kunsthandwerk.); Cala Rajada (2. SO im Monat, am Centre Cap Vermell); Consell (SO 9 bis 14 Uhr); Llucmajor (FR 9 bis 13 Uhr); Palma (SA, Son Fusteret, 9 bis 13 Uhr); Santa Ponça (SA vormittags, Polígono Son Bugadelles);  Gewerbegebiet Marratxí (9 bis 14 Uhr); Schnäppchenmarkt auf den Avenidas in Palma, SA 8 bis 14 Uhr.

Das Castell d’Alaró

Idyllisch gelegen, auf dem Puig de Alaró, auf einer Höhe von rund 820 Metern thront das historische Castell d’Alaró. Der Burgkomplex, der heutzutage aus einer Ruine besteht, ist einer der wohl symbolträchtigsten Orte Mallorcas und bietet eine atemberaubende Aussicht. Das historische Denkmal war im Mittelalter Schauplatz erbitterter Kämpfe und kriegerischer Auseinandersetzungen. So haben sich die Mallorquiner viele Jahre lang gegen die Araber erfolgreich zur Wehr gesetzt. Während der Zeit der arabischen Herrschaft erlangte die Insel Reichtum und Wohlstand. Die Landwirtschaft erlebte eine Blütezeit, da Bewässerungsanlagen und aufwendige Terrassensysteme geschaffen wurden. Die Araber bauten das Castell prunkvoll aus und nannten es von nun an „hisn al-arun“, was soviel heißt, wie Berg der Christen. Nachdem im Jahre 1229 der König von Aragon Palma zurückeroberte, gelangte im Jahre 1231 das Castell d’Alaró auch wieder in spanische Hand. Zur Burgruine führt eine steile, schmale Bergstraße. Der Weg zum Castell muss auf der letzten Etappe jedoch zu Fuß zurückgelegt werden. Vorbei an Schafherden und durch duftende Olivenhaine führt der steinige Bergpfad. Wer sich die Mühe macht, wird nach dem steilen Aufstieg mit einem sensationellen Panorama belohnt. Im Norden blickt man auf die eindrucksvollen Gebirgszüge der Serra de Tramuntana und in Richtung Süden schweift der Blick über Alaró und die Ebene Llanura del Centr. Der ursprüngliche Burgkomplex des Castell d’Alaró bestand aus einer trutzigen Festungsmauer mit fünf Wachtürmen. Teile der Festungsmauer sind heute noch erhalten. Ebenso ein Teil des Torre de la Cova, des südlichen Hauptturmes sowie des Torre de l’Homenatge des Eingangstores. Der Turm diente einst den Mauren als Kerker und war ein Gefängnis. Unterhalb dieses Turmes liegt die sehenswerte Tropfsteinhöhle Sant Antoni. Oberhalb der Burgruine befinden sich fünf Zisternen, die vermutlich aus der Zeit der arabischen Herrschaft stammen sowie eine Herberge. In diesem gemütlichen Gasthaus, dem Refugi del Castell d‘ Alaró kann man auch übernachten. Sie ist übrigens auch Teil der bekannten „Ruta de pedra en sec“, der Route der Trockensteinmauern. Hinter diesem Begriff verbirgt sich der rund 150 Kilometer lange Fernwanderweg GR 221. Jährlich am Sonntag nach Ostern sowie am 8. September, dem Geburtstag der Jungfrau Maria, finden Wallfahrten zum Castell d’Alaró statt.

Die Route der Trockensteinmauern – Fernwanderweg GR221

Mallorca ist ein Paradies für Wanderfreunde und Naturliebhaber. Reizvolle Wanderwege gibt es auf der Insel in Hülle und Fülle. Doch neben den herkömmlichen Routen wurde durch die hiesige Regierung ein attraktiver Fernwanderweg etabliert. Der GR 221, auch bekannt unter dem Namen „Ruta de pedra en sec“, ist die Route der Trockensteinmauern. Diese imposanten Trockensteinmauern, an denen man auf dem Weg vorbeiwandert, geben dem GR 221 seinen Namen. Der Trockenmauerweg führt durch die atemberaubende Landschaft der Serra de Tramuntana. Das Gebiet gehört in der Kategorie Kulturlandschaft zum erklärten UNESCO Kulturerbe und zählt zu den schönsten Gebirgslandschaften Europas. Die Route der Trockensteinmauern hat eine Gesamtlänge von rund 130 Kilometern und verläuft zum größten Teil auf historischen Bergpfaden, gepflasterten Wanderwegen oder auf alten Köhlerrouten durch die traumhafte Gebirgskette. Der Weg schlängelt sich teils an der Küste entlang, teils führt er zu den höchsten Gipfeln der Tramuntana und bietet atemberaubende Ausblicke auf das Meer und die Bergregion. Der Kontrast der unterschiedlichen Landschaftskulissen und die abwechslungsreiche Vegetation machen den Fernwanderweg so reizvoll. Durch schattige Steineichenwälder und vorbei an üppigen Pinien- und Olivenhainen erstreckt sich die Route des GR 221 vom südwestlich gelegenen Port d‘ Andratx bis nach Pollenca im Nordwesten der Insel. Die gut ausgebaute Wegstrecke ist geeignet für Wanderer jeden Alters. Die Route lässt sich, je nach eigener Kondition, in beliebig lange Tagesetappen einteilen, da sich entlang des Weges zahlreiche „Refugi“, Berghütten als Unterkunft anbieten. Die Herbergen am Rande des Fernwanderweges sind von der Ausstattung her überraschend komfortabel und lassen sich nicht mit einfachen Berghütten vergleichen. Sie sind eher im Stil moderner Jugendherbergen gehalten und verfügen über Strom, Wasser und bequeme Betten. Auch werden Frühstück und Abendessen angeboten. Die meisten Hüttenwirte verkaufen auch Getränke, Snacks und Proviant für die weiteren Etappen, so dass auf schweres Gepäck weitgehend verzichtet werden kann. Es empfiehlt sich, pro Tagesetappe mindestens 2 Liter Trinkwasser dabei zu haben. Neben gut eingelaufenen Wanderschuhen und einem bequemen Rucksack sollte man noch etwas Platz für Badesachen einplanen. Spontane Buchungen der Herbergen sind leider nicht möglich, da die Refugi durch die mallorquinische Inselregion betrieben werden. Alle Unterkünfte müssen vorher per Internet gebucht werden. Dies gilt auch für die sogenannten Selbstversorgerhütten, für die man einen Schlüssel benötigt. Eine gute Planung der Route ist daher empfehlenswert.

Die Mandelblüte auf Mallorca

Mallorca ist zu jeder Jahreszeit wunderschön, doch ist sicher die Mandelblüte eines der besonderen Naturhighlights auf der Insel. Von Ende Januar bis Mitte Februar dauert das Fest für die Sinne, das jährlich Einheimische wie Besucher immer wieder neu verzaubert. Bei einer durchschnittlichen Tagestemperatur von etwa 15 bis 20 Grad findet der Frühling auf der Baleareninsel schon wesentlich früher statt. In dieser Zeit ist das Klima wie geschaffen für die rund acht Millionen Mandelbäume, die ihre weißen und rosafarbenen Blüten auf zauberhafte Art und Weise entfalten. Tatsächlich gibt es auf Mallorca rund 200 verschiedene Mandelsorten. Man unterscheidet sie grob in Bittermandeln mit rosafarbener und in Süßmandeln mit weißer Blüte. Wanderer und Naturfreunde finden überall auf der Insel einzelne Bäume aber auch großzügig angelegte Mandelbaumplantagen. Einige Gebiete sind besonders bekannt für ihre wunderschöne Mandelblüte. Das ist beispielsweise die traumhaft schöne Sierra de Tramuntana oder das westliche Landesinnere Mallorcas um die Orte Selva, Santa María, Marratxí, Bunyola, Lloseta und Sencelles. Doch auch im Osten der Insel um die Gemeinden Sant Llorenç Manacor, und Son Servera kann man dieses zauberhafte Naturschauspiel genießen. Natürlich blühen die Mandelblüten auch zwischen Palma de Mallorca und Andratx oder in nördlicher Richtung bis nach Sóller. Auf den ausgedehnten Wanderpfade oder Radwegen kann man diese Naturschönheiten am besten erkunden und der Duft der Mandelbäume lässt das Herz jedes Naturliebhabers höher schlagen. Zwischen saftig grünen Wiesen, schattigen Olivenhainen und ausladenden Schafweiden überzieht sich die mediterrane Landschaft Mallorcas mit einer zarten, weiß-rosa farbenenen Blütendecke und bietet einen atemberaubenden Anblick. Mandelbäume wurden auf Mallorca seit Anfang des 19. Jahrhunderts angebaut. Zu dieser Zeit herrschte auf der Insel eine bittere Reblausplage, die den Weinbau beinahe vollkommen zerstörte. Um sich ihren Lebensunterhalt weiterhin zu sichern, pflanzten die Landwirte die robusten Mandelbäume an. Eine Baumart, die von den Mauren bereits im neunten Jahrhundert nach Mallorca gebracht wurde. Schon Mitte des 20. Jahrhunderts war die Baleareninsel das größte zusammenhängende Mandelanbaugebiet der Welt. Die Erntezeit der Mandeln findet alljährlich im Hochsommer statt. Die leckeren, mallorquinischen Mandeln findet man in vielen kulinarischen Köstlichkeiten wieder. Dazu gehören unter anderem Mandelschokolade, Mandellikör oder das exquisite Mandelöl. Auf Mallorca werden derzeit jährlich rund 7.000 Tonnen Mandeln feinster Qualität geerntet.

Das Kloster „Ermita de Betlem“

Die Einsiedelei „Ermita de Betlem“ ist ein Kloster in der Nähe des Ortes Artà im Nordosten der Insel. Die, pittoresk in die eindrucksvolle Bergkette Serra d’Artà eingebettete, Anlage ist ein beliebtes Ausflugsziel für Gäste und Wallfahrer und bietet einen wunderschönen Ausblick über die Küstenregion. Wer auf der etwa 9 Kilometer langen Straße von Artà hinauf zur Ermita de Betlem fährt, sollte unterwegs einen kleinen Zwischenstopp einlegen. Ungefähr einen Kilometer vor dem Kloster findet sich ein Aussichtspunkt, von dem man einen atemberaubenden Blick auf die beiden Landzungen Cap de Ferrutx und Cap de Formentor hat. Von hier aus glänzt auch die hübsche Bucht von Alcúdia. Für Wanderfreunde oder Mountainbiker führt übrigens auch ein Schotterweg von Betlem aus zur Einsiedelei. Die Ermita de Betlem war ursprünglich ein maurisches Landgut. Die verfallene Alqueria Binialgorfa wurde im Jahre 1805 von den Mönchen der Glaubensgemeinschaft der Eremiten von San Antonio und San Pablo liebevoll restauriert und zum Kloster umgebaut. Zum Haupteingang der Klosterkapelle führt eine rund 150 Meter lange, eindrucksvolle Zypressenallee. Schon in der Vorhalle finden sich kunstvoll gestaltete Kacheln. Das Innere der Kapelle wird geprägt von einem Marmoraltar sowie zahlreichen meisterhaft gefertigten Skulpturen des Künstlers Adrià Ferrà. Die Kuppel zieren gut erhaltene Fresken von Francesc Parietti. Besonderes Highlight der Klosterkapelle ist die prächtige Gemäldesammlung des Künstlers Manuel Bayeu. Alljährlich am 1. Mai steht die Ermita de Betlem im Mittelpunkt einer Wallfahrt. Dann nämlich ziehen die Bewohner des Ortes Artàs hinauf zum Kloster zur Figur des Christus der Agonie. Diese äußerst sehenswerte Statue war ein Geschenk des mallorquinischen Kirchenoberhauptes Kardinal Antonio Despuig an die Einsiedelei zur Weihe des Klosters im Jahre 1806. Auf dem Areal der Ermita befindet sich die Quelle Font de s’Ermita. Ein kleiner Spaziergang zu der etwa 300 Meter entfernten, romantisch inmitten mächtiger Bäume gelegenen Wasserstelle lohnt sich, denn genau daneben kann man die hübsche Lourdesgrotte bewundern. Hinter dem Marienheiligtum, welches zu Ehren des Wunders von Lourdes erbaut wurde, führt ein kleiner Fußweg zu einem wunderschönen Aussichtspunkt Nach dem Auszug seiner älteren Glaubensbrüder im Jahre 2010 nach Santíssima Trinitat hält nur ein Pater noch ganz alleine dort die Stellung. Er öffnet und schließt Tag für Tag die Kapelle für die Gäste und verkauft Souvenirs an die Besucher.

Talayots – die geheimnisvollen Steinbauten Mallorcas

Mallorca ist reich an archäologischen Zeugen der Vergangenheit. Die Insel verfügt über rund 3.500 historische Stätten, die Spuren der Vergangenheit beherbergen. Noch werden viele davon durch das Museu de Mallorca erforscht, doch wurden bisher erst knapp die Hälfte freigelegt. Zu den wohl geheimnisvollsten Zeitzeugen der mallorquinischen Geschichte zählen die sogenannten Talayots, turmartige Gebäude, die eine ganze Kultur geprägt haben. Die Talayot-Kultur bezieht sich auf den Zeitraum, als die Römer die Insel in Beschlag hatten, also die Spanne zwischen 1.300 und 123 v. Chr.. Zwei relativ gut erhaltene Talayot Siedlungen kann man heute auch auf Mallorca finden. Das sind zum einen Ses Païsses, in der Nähe von Artà, im Nordosten der Insel und zum anderen Capocorb Vell, ganz in der Nähe des Urlaubsortes Cala Pi im Inselsüden. Das Zentrum der beiden antiken Dörfer bilden auch heute noch die großen Talayots, von denen nicht genau bekannt ist, welchem Zweck sie eigentlich dienten. Man geht davon aus, dass sie teils bewohnt waren, teils aber auch als Wachtürme genutzt wurden. Schon lange bevor die Talayot Kultur auf Mallorca entstand, war die Insel bewohnt. Die ältesten Knochenfunde stammen bereits aus dem 7. Jahrtausend v. Chr.. Man vermutet, dass die ersten Bewohner vom spanischen Festland auf die Baleareninsel kamen. Um 1.300 v. Chr. änderte sich allerdings die Art der Besiedelung und die Siedlungen waren von mächtigen Mauern umgeben. Die Talayots waren allgegenwärtig und befanden sich im Zentrum der Siedlungen. Die Mauren nannten mehrere Jahrhunderte später ihre Wehrtürme „Talaya“. Wer genau die Siedler waren, die die Talayot Kultur ins Leben gerufen haben, ist noch nicht ganz klar. Experten gehen allerdings davon aus, dass sie aus dem östlichen Mittelmeerraum stammten. Eine sehr ähnliche Zyklopenbauweise gab es auf Korsika, Malta und Sardinien. Etwa 100 Einwohner lebten in einer Talayot Siedlung. Nach den starken Befestigungsmauern um die Siedlungen geht man davon aus, dass die damaligen Bewohner vielen Kämpfen ausgesetzt waren. In einigen Museen auf Mallorca kann man interessante Exponate aus dieser Epoche bewundern. Dass damals der Getreideanbau eine wichtige Rolle gespielt haben muss, beweisen Funde von Steinwerkzeugen. Knochenfunde von Schweinen, Schafen und Ziegen an den Feuerstellen zeugen davon, dass man neben Brot auch Fleisch aß. Weiterhin geben Skulpturen von Tiergottheiten, wie dem Stier, Rückschlüsse auf das religiöse Brauchtum zu dieser Zeit.