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Die Stauseen Cúber & Gorg Blau

Für Naturfreunde lohnt sich ein Ausflug zu den beiden Stauseen Gorg Blau und Embalse de Cúber. Die tiefblauen Seen liegen malerisch im wunderschönen Tramuntanagebirge, direkt unterhalb des 1.445 Meter hohen Gipfels des Puig Major. Für ambitionierte Kletterer ist dieses Gebiet ein beliebter Ausgangspunkt für den Aufstieg auf den höchsten Berg Mallorcas. Doch auch Wanderbegeisterte kommen hier voll und ganz auf ihre Kosten, denn ein schöner Rundwanderweg führt um die beiden Stauseen herum. Bei der Wanderung durch die unberührte Natur, immer am Wasser entlang, kommt man sich fast vor als wäre man in den Alpen oder in Skandinavien. Es ist nicht nur der atemberaubende Blick über das Wasser und die majestätischen Bergwände, die jeden Besucher in ihren Bann ziehen werden, sondern auch die Vielfältigkeit der Flora und Fauna an den beiden Seen, die durch einen Kanal miteinander verbunden sind. Am Gorg Blau stoßen außerdem zwei unterschiedliche Vegetationszonen auf nur wenigen Höhenmetern aufeinander. Am Wasser kann man viele Tierarten beobachten. So sind hier Schafe, Kühe und wilde Esel beheimatet. Über den mächtigen Felsen ziehen Mönchsgeier und Rotmilane ihre Kreise. Der Rundweg lässt sich in etwa eineinhalb Stunden zurücklegen. Da es keine anstrengenden Steigungen gibt, eignet er sich auch für weniger geübte Wanderer oder für einen Familienausflug mit Kindern. Auch gibt es hier viele schöne Picknickmöglichkeiten. Etwas mehr Routine erfordert der Kletterpfad auf den Gipfel des Puig de l’Ofre. Von hier aus hat man einen atemberaubenden Blick über die herrliche Gebirgsregion. Unterwegs befindet sich eine Schutzhütte. Wer die rechte Abzweigung wählt, gelangt durch ein kleines Tor zu einem lauschigen Steineichenwald. Auf 750 Metern Höhe befindet sich der Cúber. Er ist der größte Stausee der Insel. Er wurde Ende der 1960er Jahre angelegt und konnte im Jahr 1972 erstmals geflutet werden. Einst gehörte dieses Gebiet zu einem riesigen Landgut. Im Kanal zwischen den beiden Seen fließt das überschüssig angesammelte Wasser des auf rund 1.000 Meter gelegenen Gorg Blau zum Cúber. Beide Seen dienen als Wasserspeicher für Mallorcas Inselhauptstadt. In den beiden Reservoirs ist übrigens auch Angeln möglich. Allerdings braucht man hierfür eine Sondergenehmigung, da dieses Gebiet unter Naturschutz steht. Wer hier, in dieser traumhaften Bergidylle gerne einmal Forellen oder Karpfen fangen möchte, kann sich an die Direccion General de Biodiversidad in Palma wenden.

La Reserva Puig de Galatzó

Für einen abwechslungsreichen Familienausflug auf Mallorca ist er besonders gut geeignet: der Natur- und Abenteuerpark La Reserva Puig de Galatzó auf dem gleichnamigen Berg am südwestlichen Ende des Tramuntanagebirges. Rund 20 Kilometer von Palma entfernt liegt das, auch unter dem Namen Park Reserva Aventur, bekannte Naturschutzgebiet. Auf hübsch angelegten Wanderwegen gibt es für Jung und Alt viel zu entdecken und zu erleben. La Reserva ist das Zuhause einer großen Vielzahl von Pflanzen und Tieren. Außerdem befinden sich hier atemberaubende Wasserfälle, bei denen man sich wunderbar erfrischen kann. Badesachen und festes Schuhwerk sollte man dabei haben, wenn man den malerischen, etwa 3,5 Kilometer langen Rundweg durch La Reserva gehen möchte. Gleich am Eingang erhält man eine übersichtliche Karte mit den Highlights, die unterwegs auf die Besucher warten. Der Fußpfad ist gut begehbar, auch wenn unterwegs Stufen einen barrierefreien Durchgang erschweren. Wer mit dem Kinderwagen unterwegs ist, sollte dies berücksichtigen. Unterwegs trifft man auf einige Tiergehege und freilaufende Tiere. Zu sehen sind unter anderem Braunbären, Pfauen, Hirsche, Emus sowie wilde Ziegen, die leichtfüßig und behände die steilen Felswände hoch und runter klettern, um an das frische Grün zu kommen. Durch einen schönen Wald über alte Köhlerpfade, vorbei an unzähligen Grotten und Höhlen, wunderschönen Wasserfällen und atemberaubenden Aussichtspunkten gelangt man zu einem großen Grillplatz auf dem man eine schöne Rast einlegen kann. Hier ist eine Bar, wo es Snacks und Erfrischungen gibt und auch ein Mittagessen serviert oder selbst gegrillt werden kann. Auf diesem Gelände gibt es auch ein kleines Ausflugsrestaurant, das leckere Kleinigkeiten und kühle Erfrischungen anbietet. Wer selbst kein Proviant dabei hat oder grillen möchte, kann hier Brot und rohes Fleisch kaufen und ein gemütliches Familienpicknick veranstalten. In der Sonne sowie im Schatten stehen zahlreiche großzügige Rastbänke und Tische zur Verfügung. Auf dem Rastplatz finden übrigens auch regelmäßig Greifvogel-Vorführungen statt. In den Gehegen rund um das Areal kann man zudem Falken, Eulen und weitere Greifvogelarten bestaunen. Der Park bietet außerdem eine Vielzahl von Outdoor-Aktivitäten für die großen und kleinen Besucher. Im angegliederten Abenteuerpfad, Aventur-Natur-Galatzó, hat man beispielsweise die Möglichkeit, an den Steilwänden zu klettern oder an einem speziellen Gleitseil, der sogenannten Tirolina, die bizarren Schluchten entlang zu schweben – ein besonderer Adrenalinkick für Abenteuerer. Die benötigte Ausrüstung dafür gibt es vor Ort.

Mallorcas geheimnisvolle Unterwelt – Die Höhlen der Insel

Mallorca ist nicht nur bekannt für seine wildromantische Landschaft, die üppige Vegetation und die wunderschönen Strände mit ihren verschwiegenen Buchten. Auch unter der Erde finden sich wertvolle Naturschönheiten, die man gesehen haben sollte. Die Rede ist von den vielen Höhlen und Grotten der Insel. Rund 4.000 Höhlen, Grotten und Erdspalten konnten sich im Laufe der letzten Jahrtausende in dem weichen Kalkgestein, aus dem die Insel zum größten Teil besteht, bilden. Mit dieser Zahl verfügt Mallorca über die meisten Höhlensysteme in Europa, gemessen pro Quadratmeter. Manche der Grotten sind nur einige Meter groß, andere wiederum erreichen erstaunliche Dimensionen. Rund 200 größere Tropfsteinhöhlen gibt es auf Mallorca. Fünf davon sind erschlossen und für jeden Besucher zugänglich. Diese atemberaubend schönen Höhlen zählen zu den schönsten der Welt. Manche davon verfügen über zauberhaft anmutende unterirdische Salzseen. Besonders empfehlenswert ist ein Besuch der Cuevas del Drach, der Drachenhöhlen bei Porto Cristo. Das eindrucksvolle Höhlensystem aus mehreren miteinander verbundenen Tropfsteinhöhlen ist 1,7 Kilometer lang und birgt sechs Seen. Mit einer Länge von 177 Metern und einer Breite von 40 Metern ist der Lago Martel gleichzeitig der größte unterirdische See Europas. Er befindet sich 39 Meter unter der Erdoberfläche. Ebenfalls in der Region von Porto Cristo befinden sich die Cuevas del Hams. Obwohl diese Tropfsteinhöhlen mit einer Gesamtlänge von etwa 350 Metern etwas kleiner sind, sind sie doch nicht weniger schön. Auch hier befindet sich ein glitzernder See in dessen kristallklarem Wasser sich die Tropfsteingebilde spiegeln. Manche der Formationen erinnern an fiktive Bauwerke oder an Phantasietiere. Die tiefste Höhle auf Mallorca ist die Cova de Sa Campana in der Serra de Tramuntana. Sie befindet sich im Gemeindegebiet von Escorca und liegt etwa 317 Meter unter der Erde. Besonders beeindruckend ist der sogenannte Sala de la Gràcia mit einem überwältigendem Ausmaß. Bei einer Größe von 145 x 100 Metern und einer Gesamthöhe von 30 Metern, fände sogar die Kathedrale von Palma Platz. Hier befindet sich auch der tiefste Punkt der Insel. Als Geheimtipp gelten die Höhlen von Campanet. Dieses kleine Juwel befindet sich in privater Hand und weniger touristisch als die anderen Schauhöhlen auf der Insel. Das liebevoll gestaltete Ambiente zeichnet sich durch eine dezente Beleuchtung aus, was die bizarren Gesteinsformationen besonders zur Geltung bringt.

Das Landgut La Raixa auf Mallorca

An der Straße von von Palma nach Sóller, kurz vor Bunyola, liegt das malerische Landgut La Raixa. Der dreistöckige Prachtbau ist besonders berühmt für seine atemberaubende Architektur im Stil eines italienischen Palazzo und die wunderschön angelegten Gärten. Das Hauptgebäude des großzügigen Anwesens war eigentlich arabischen Ursprungs und wurde bereits im 13. Jahrhundert errichtet. Nachdem es bei einem Brand nahezu vollständig zerstört wurde, erwarb es in Jahre 1620 die berühmte Familie Despuig. Es war Kardinal Antoni Despuig y Dameto, dem das charmante Landgut sein heutiges Aussehen verdankt. Denn von seinen zahlreichen Reisen nach Rom stammte seine Leidenschaft zur neoklassizistischen Architektur. Anfang des 19. Jahrhunderts erhielt La Raixa sein jetziges Gesicht. Der Blickfang des dreistöckigen Gebäude ist zweifellos die prächtige Säulengalerie im Inneren des Landguts. Der Kardinal war ein Kunstfreund und sammelte viele Gemälde und Skulpturen, die er in diesem Prunksaal aufbewahrte. Leider wurde ein Großteil der Sammlung nach seinem Tod zu Geld gemacht und verkauft. Dennoch blieben einige der Kunstschätze verschont. Diese sind heute in Palma im Castell de Bellver ausgestellt. Besonders sehenswert sind auch die stilvoll angelegten Gärten des rund 520.000 Quadratmeter umfassenden Landguts. Den Mittelpunkt des terrassenförmig angelegten nördlichen Teils bildet die eindrucksvolle steinerne Freitreppe mit ihren 69 Stufen. Um die Treppe herum sind in streng geometrischen Formen bunte Beete, üppige Haine und schöne Wege angelegt. Bei einem Spaziergang trifft man immer wieder auf Springbrunnen, Wasserläufe, Pavillons und Statuen. Bei einem Gang durch die hübsche Gartenanlage trifft man auch auf den rechteckigen Teich von La Raixa, der etwa 100 Meter lang ist. Einst war er das größte Wasserreservoir auf der Insel. Von hier aus hat man einen spektakulären Blick auf Palma und das in der Sonne glitzernde Meer. Im Garten befindet sich auch ein liebevoll gestaltetes Puppenhaus in der Größe eines herkömmlichen Wohnhauses. Der letzte Eigentümer, des seit 1993 unter Denkmalschutz stehenden Landguts, Antonio Jaume, hat es extra für seine Tochter bauen lassen. Das Museum im Inneren von La Raixa ist in drei Themen aufgeteilt. Im ersten Teil wird das Landgut als agrarwirtschaftliches Anwesen vorgestellt. Im zweiten Komplex finden sich Ausstellungsstücke zum Leben und Wirken des mallorquinischen Kardinals Despuig und im letzten Abschnitt kann sich der Besucher über das Tramuntanagebirge informieren. Deutsche Gäste könnten das hübsche Anwesen vielleicht aus der Filmkulisse der Agatha Christie Roman-Verfilmung „Das Böse unter der Sonne“ kennen, mit Peter Ustinov als Hauptdarsteller.

Das Museum Es Baluard in Palma

Dass Palma mehr zu bieten hat, als Diskotheken und Partytourismus, belegt Es Baluard, das Museum für moderne Kunst und zeitgenössische Kultur. Im Katalanischen bedeutet Baluard soviel wie Bollwerk und das kommt nicht von ungefähr, denn das neue Gebäude wurde in die westliche Eckbastion der historischen Renaissance-Stadtmauer am Passeig Marítim intergriert. Mit seiner modernen und geradlinigen Architektur passt es sich dennoch optisch gelungen der majestätischen Kulisse der alten Befestigungsanlage an. Bevor das Museum allerdings in die auch unter dem Namen Baluard de Sant Pere bekannte Festung hineingebaut wurde, war seine Zukunft eher ungewiss, denn das Bauwerk befand sich in einem desaströsen Zustand und war halb verfallen. Die Bereitschaft der Stadtverwaltung, die alte Bastei für den Bau des Museums zu verwenden, diente unter anderem auch der Erhaltung des historischen Stadtkerns von Palma. Das am 30. Januar 2004 eröffnete Kunstprojekt Es Baluard verteilt sich über drei Etagen. Die gesamte Ausstellungsfläche beträgt rund 5.000 Quadratmeter. Die unterschiedlichen Ebenen sind über schön gestaltete Galerien und Rampen miteinander verbunden und lassen immer wieder neue Perspektiven in den unterschiedlichen Innenräumen zu. Die lichtdurchfluteten Korridore verleihen dem Ganzen eine gewisse Leichtigkeit. In der obersten Etage, auf Höhe der Stadtmauer, befindet sich ein gemütliches Café. Von hier aus hat man einen herrlichen Blick auf die Kathedrale und über den Hafen der Stadt bis hin zum Castell de Bellver. Doch auch im Museum selbst verliert sich nie der Bezug zur Stadt. Aussichtspunkte über den Passeig Maritim oder das Viertel Sant Pere erlauben dem Besucher, sich neben den aktuellen Ausstellungen auch einen Einblick über das Stadtbild und den Verlauf der alten Stadtmauer zu verschaffen. Bei der Auswahl seiner Kunstausstellungen legt Es Baluard stets größten Wert auf einen lokalen Bezug zu Mallorca. So geht das sprichwörtliche Inselflair hierbei niemals ganz verloren. Liebevoll werden die Kunstobjekte arrangiert und selbst inmitten der modernen Exponate wird die Verschmelzung mit historischen Einflüssen deutlich. Ganz besonders lohnt sich ein Besuch in den Abendstunden, wenn gekonnt angebrachte Spots die Kunstwerke, das Gebäude und auch Palma selbst in ein umwerfendes Rampenlicht stellen. Es Baluard bietet auch verschiedene Veranstaltungen an. Wenn man den richtigen Zeitpunkt erwischt, kann man kostenlos Vorträge, Führungen oder weitere interessante Veranstaltungen, wie Kunstworkshops hautnah miterleben. Sehenswerte Skulpturen im Außenbereich ergänzen das vielfältige Angebot im Inneren von Es Baluard noch zusätzlich.

Das Castell de Capdepera

Schon von Weitem erkennt man die mächtigen Burgmauern und die Wehrtürme des mittelalterlichen Castells oberhalb des kleinen historischen Städtchens. Capdepera, mit seiner stattlichen Festung im Osten Mallorcas, liegt malerisch am Nordende der Serra de Llevante in einem wunderschönen Hügelgebiet. Das charmante Dorf mit dem sehenswerten Ortskern und seinen schmalen und verwinkelten Gässchen ist einen Besuch wert, ebenso natürlich auch die altertümliche Festung Castell de Capdepera. Die Burg selbst kann man über die enge und steile Carrer del Castell, die sogenannte Burgstraße erreichen. Wem die teilweise ziemlich abenteuerliche Fahrt zu anstrengend erscheint, dem sei empfohlen, unten im Dorf zu parken. Vom kleinen Hauptplatz, der Plaza de Orient, führt eine hübsche Treppengasse hinauf zur im 14. Jahrhundert errichteten Festung, die herrschaftlich auf dem 159 Meter hohen Puig de Capdepera thront. Oben angekommen staunt man sicherlich nicht schlecht, denn der Innenhof des Castell de Capdepera ist riesig. Auf einer Fläche, die etwa zwei Fußballfeldern entspricht, befindet sich neben einem liebevoll eingerichtetem Museum für Korbflechtarbeiten auch eine kleine Kirche, zu der es eine schöne Geschichte zu erzählen gibt. Als die Mauren am 18. Dezember 1569 versuchten, die Burg von Capdepera zu erobern, holten die Einwohner aus dieser Kirche Ihre Schutzheilige, die „Virgen de la Esperanza“ und zogen mit ihr über das Burggelände. Der Legende nach zog dabei solch ein dichter Nebel auf, dass die Moslems die Burg nicht mehr erkennen konnten und den Angriff abbliesen. Dem Wunder von Capdepera zu Ehren findet jedes Jahr hier eine feierliche Prozession statt. Durch die Schutzscharten der mächtigen Burgmauern hat der Besucher einen atemberaubenden Blick auf das Örtchen und die wunderschöne Gegend. Außerdem führt an der Innenseite der Wehrmauer ein vollständig erhaltener Rundweg um den Burginnenplatz herum. Von hier aus sieht man auch die Bucht von Cala Ratjada und das herrlich schimmernde Meer vor der Ostküste der Insel. Im Burgareal selbst befindet sich zudem ein schön angelegter Garten mit einladenden Sitzbänken. Einmal pro Jahr ist Capdepera der Schauplatz eines sehenswerten mittelalterlichen Spektakels. Dann verwandelt sich das Dorf zu einer Hochburg für Mittelalterfans. Durch die engen Gassen ziehen Aromen von leckeren Speisen und Getränken und Gaukler tummeln sich zwischen den mit Flaggen geschmückten Häusern. Hoch oben auf der Burg zeigen Falkner ihr Können. Ein fröhliches Treiben und ein buntes Fest für Jung und Alt.

Charmante Innenhöfe mit dem besonderen Flair

Palma de Mallorca ist in vielerlei Hinsicht einen Besuch wert. Die charmante Inselhauptstadt bietet ein ganz besonderes Flair. Das spiegelt sich auch in der vielfältigen Architektur wieder, denn die Insel stand unter dem Einfluss vieler verschiedener Kulturen. Gestaltet von Römern, Katalanen, Arabern und Italienern entstand der größte zusammenhängende Altstadtkern Europas, der nie durch Kriege zerstört wurde. Entsprechend fühlt man sich in den gemütlichen engen Gassen, den verschiedenen Plätzen und dem Meer von historischen Gebäuden, Kirchen und Kapellen wie in eine andere historische Zeitepoche zurückversetzt. Besonders kennzeichnend für das Stadtbild Palmas sind die sogenannten Patios. Hier im Zentrum der Stadt gibt es unzählige dieser wunderschön gestalteten Innenhöfe in allen erdenklichen Stilrichtungen. Wer die touristischen Routen verlässt und einmal in das Wirrwarr der kleinen Gassen rund um die Kathedrale eintaucht, wird sich schnell beim Anblick der romantischen Patios verlieren. Man staunt, wie vielfältig und liebevoll die Mallorquiner ihre hübschen kleinen Innenhöfe gestaltet haben. Hier spaziert man entlang lichtdurchfluteter Freisitze oder mit dichten blühenden Pflanzen und Palmen bewachsenen Mini-Oasen. All diese charmanten Patios haben einige Elemente gemeinsam. Abgeflachte Bögen und Kassettendecken prägen die meisten Innenhöfe. Markant sind auch die hübschen Treppen und hie und da plätschert ein kleiner Brunnen inmitten eines bunten Blumenmeers oder auf einem gepflasterten Plätzchen. Die Fußböden sind in der Regel leicht abgeschrägt. Früher konnte so das Regenwasser in eine Zisterne fließen. Wer genau hinsieht, kann über den Türen kleine, in Stein gehauene, Szenen ausmachen. Früher, als Palma noch nicht so vom Tourismus geprägt war, waren die Patios noch öffentlich zugänglich. In den kühlen, halboffenen Gemäuern trafen sich in der Sommerhitze die Bewohner zum gemeinsamen Weintrinken. Oft wurde hier auch mit Freunden Domino gespielt oder man hielt geschäftliche Besprechungen ab. Leider kann man heute die meisten der Patios nur von außen bewundern, doch der besondere Charme und die außergewöhnliche Atmosphäre wird auch durch die Tore hindurch vermittelt. Seit geraumer Zeit bietet ein Privatunternehmen in Palma auch sogenannte Patio-Touren an, die in der Hochsaison stattfinden. Auf dem Weg kann man beispielsweise den berühmten Ca’n Oleza Innenhof besichtigen, einen bezaubernden Renaissance-Patio, der im Jahre 1973 zum historisch-künstlerischen Stadtmonument erklärt wurde. Außerdem zu sehen ist der barock-gotische Ca’n-Oms Patio, der zum Haus des im Jahre 1980 verstorbenen Schriftsellers Llorenç Villalonga gehört.

La Seu – Die Kathedrale von Palma

Die majestätische Kathedrale der Heiligen Maria ist unumstritten das Wahrzeichen Palmas, wenn nicht Mallorcas. Ganz in der Nähe des Meeres thront sie eindrucksvoll über der Hafenstadt und ist eine der wichtigsten Sehenswürdigkeiten auf der Insel. Ihre beeindruckende Größe und die einzigartige Schönheit lässt sich erst bei einem Besuch ermessen. Von den Mallorquinern bekam die Kathedrale den Namen „La Seu“, was in der katalanischen Sprache soviel wie „Bischofssitz“ bedeutet. Nicht nur das prachtvolle Äußere von La Seu zieht viele Besucher in ihren Bann. Der Anblick des gigantischen Innenraums lässt jedes Herz sofort höher schlagen. Insgesamt ist die Kirche knapp 110 Meter lang und 33 Meter breit. Das sogenannte Kreuzrippengewölbe der Kathedrale wird von insgesamt 14 Säulen gestützt, die eine Höhe von jeweils 30 Metern erreichen. An seiner höchsten Stelle ist das Gewölbe ganze 42 Meter hoch. Weltberühmt ist La Seu wegen seines riesigen Rosettenfensters über dem Altarraum, das einen Durchmesser von rund 12 Metern hat. Wegen des besonderen Farbenspiels bei Sonneneinstrahlung, trägt die Kirche auch den Beinamen „Kathedrale des Lichts“. Hierzu tragen, neben den beiden mächtigen Rosettenfenstern am Ost- und Westende, auch die 61 bunten Seitenfenster bei. Zweimal in Jahr findet ein besonderes Lichtspiel statt, denn dann erscheint an der Innenwand der Hauptfassade eine große Acht. Diese Erscheinung kann man immer an Lichtmess (2. Februar) sowie am 11. November bestaunen. Perfekt ist diese Licht-Acht gegen halb neun morgens. Die Kathedrale ist an diesen Tagen allerdings immer ziemlich überfüllt. Der Grundstein für La Seu wurde im Jahre 1230 von König Jaume I. gelegt. Die Kathedrale sollte als Mausoleum für die mallorquinischen Könige dienen. Leider wunde Jaume I. niemals selbst dort bestattet, da die Bauzeit über 300 Jahre dauerte. Leidglich Jaume II. und III. wurden in dem 1601 fertiggestellten Monument beigesetzt. Durch die lange Bauphase finden sich in La Seu viele unterschiedliche architektonische Stile wieder. So besteht die Kathedrale aus Elementen aus Gotik, Barock, Renaissance sowie Klassizismus. Durch Antonio Gaudi erhielt das Gebäude auch Einflüsse des katalanischen Modernismus. Der berühmte spanische Architekt gestaltete den Hauptaltar Anfang des 20. Jahrhunderts um. Ein Highlight ist auch die rechte Seitenkapelle, die erst im Jahr 2007 fertiggestellt wurde. Gestaltet hat sie der Künstler Miquel Barceló. Zum Gebäudekomplex der Kathedrale gehört auch ein Museum mit diversen sakralen Reliquien.

Wandern durch die Serra de Llevant bei Artà

Ein wahres Paradies für Naturliebhaber und Wanderfreunde ist der „Parc natural de la Península de Llevant“ im Nordosten Mallorcas. Das im Jahre 2001 zum Naturgebiet erklärte Reservat zeichnet sich durch seine außergewöhnliche Tier- und Pflanzenwelt aus. In der Nähe des Städtchens Artà, auf der Halbinsel des Llevant gibt es auf einem Areal von rund 17 Quadratkilometern eine ganz besondere Artenvielfalt zu entdecken. Insgesamt 13 Wanderwege unterschiedlicher Streckenlängen und Schwierigkeitsgrade durchziehen das Naturschutzgebiet. Am Eingang des Nationalparks gibt eine übersichtliche Infotafel einen Überblick über alle Routen. So hat man die Wahl zwischen Kurztouren für Gelegenheitswanderer von 550 Metern oder Tagestouren von einer Länge bis 19 Kilometern. Für Wanderprofis können im Sa Talaia Freda bis zu 565 Höhenmeter erklommen werden. Alle Wanderrouten sind sehr gut ausgeschildert und führen teils durch gebirgiges Gelände, niedriges Buschland mit Zwergpalmen und auch über den beschaulichen kleinen Strand von S’Arenalet des Verger. Sehr beliebt ist beispielsweise die Wanderroute entlang der Küste von der Bucht Cala Estreta Richtung Westen bis zum bekannten Roten Felsen. Vom Penya Roja führt ein kleiner Pfad zu den beiden Aussichtspunkten Talaia de Moreia und Sa Tudosa. Hier auf einer Höhe von rund 400 Metern hat man eine atemberaubende Aussicht über das glitzernde Mittelmeer, das Cap der Ferrutx und die Halbinsel de Llevant. Die Pflanzenwelt des „Parc natural de la Península de Llevant“ wird geprägt von weitem Buschland mit bis zu drei Meter hohen Gräsern. Außerdem wachsen hier duftende Oliven- und Mandelbäume sowie Alleppo-Kiefern und das seltene Balearische Johanniskraut, das nur auf Mallorca wächst. Das Besondere an diesem Nationalpark sind allerdings die vielen einheimischen Kleintiere, die man hier in freier Wildbahn beobachten kann. Dazu gehören unter anderem die Balearische Wechselkröte, die Schnikelschnecke oder der Höhlen-Pseudoskorpion. Manchmal trifft man in den Uferzonen des Nationalparks auch auf die seltenen Mittelmeerschildkröten, die sich in diesem Gebiet ausruhen. In der Stille dieser herrlichen Naturkulisse lässt es sich auch wunderbar Rast machen und die Seele baumeln lassen. Auch für Vogelbeobachtungen ist dieses Gebiet bestens geeignet. So trifft man bei Wanderungen auf zahlreiche Greifvögel, wie den Fischadler, den Zwergadler oder verschiedene Falkenarten die hier beschaulich ihre Kreise ziehen. Weiterhin erlebt man Korallenmöven, Kormorane oder Krähenscharben in ihrem natürlichem Lebensraum. Und auch die balearische Grasmücke ist hier zu finden.

Ein Besuch im romantischen Bergdorf Valldemossa

Im Nordwesten der Insel, inmitten der Serra de Tramuntana, liegt der beschauliche Ort Valldemossa. Das ursprüngliche Städtchen auf rund 400 Metern Höhe ist ein idyllisches Kleinod und birgt viele Sehenswürdigkeiten. Schon vor langer Zeit wurde Valldemossa wegen seines milden und heilsamen Klimas von den einstigen Herrschern geschätzt. Bereits König Jaume II. ließ sich dort einen Sommerpalast als Refugium des Rückzugs erbauen, der später von seinem Nachfolger Sancho I. weiter ausgebaut wurde – für den Asthmatiker ein idealer Kurort. Geprägt wird Valldemossa allerdings durch sein berühmtes Kartäuserkloster, das als Kartause bereits im Jahre 1399 erstmals urkundlich erwähnt wurde. Nach einem umfangreichen Umbau ist die Kartause für Besucher zugänglich. Zu besichtigen sind neben typisch mallorquinischen Exponaten die Hinterlassenschaften des wohl prominentesten Besuchers der Stadt. Die Rede ist vom polnisch-französischen Komponisten Frédéric Chopin. Zusammen mit seiner Geliebten, der französischen Schriftstellerin George Sand, verbrachte er den Winter 1838/39 in Valldemossa. Die Autorin schrieb ihre Erinnerungen an die Reise in ihrem Roman „Ein Winter auf Mallorca“ nieder. Viele Besucher kommen nicht zuletzt deswegen in den Ort, um auf den Spuren Chopins zu wandeln. So steht hier unter anderem auch ein altes Klavier des Künstlers. Die Kartause ist heutzutage auch Schauplatz kultureller Veranstaltungen, wie beispielsweise Klavierkonzerte oder Folkloreabende. Sehenswert sind auch die alte Klosterapotheke sowie der wunderschön angelegte Klostergarten. Kunstliebhaber kommen im Museo Municipal auf ihre Kosten, denn dort sind Werke von Picasso und Miró ausgestellt. Das historische Städtchen Valldemossa ist außerdem der Geburtsort von Catalina Thomás, der berühmten Heiligen der Insel. Bei einem Bummel durch die charmante Innenstadt findet man überall aufwendig und liebevoll gestaltete Kacheln, die das Leben der Catalina abbilden. Ebenso einen Besuch wert ist die Pfarrkirche Sant Bartomeu mit dem historischen Glockenturm. Im Ortskern von Valldemossa fühlt man sich so, als wäre hier die Zeit stehengeblieben. Die romantischen, engen Gässchen mit ihren hübsch mit Blumen verzierten Häusern aus dem 16. Jahrhundert laden zum Schlendern ein und in den Straßencafés kann man wunderbar bei einer kleinen Erfrischung die Seele baumeln lassen. Auch Genießer werden in Valldemossa nicht zu kurz kommen. Zahlreiche Restaurants bringen den Besuchern auf kulinarische Art und Weise die Spezialitäten der mallorquinischen Küche näher. Nicht zu vergessen ist schließlich noch der bunte Wochenmarkt, der immer am Sonntag in Valldemossa stattfindet.