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Das Kloster „Ermita de Betlem“

Die Einsiedelei „Ermita de Betlem“ ist ein Kloster in der Nähe des Ortes Artà im Nordosten der Insel. Die, pittoresk in die eindrucksvolle Bergkette Serra d’Artà eingebettete, Anlage ist ein beliebtes Ausflugsziel für Gäste und Wallfahrer und bietet einen wunderschönen Ausblick über die Küstenregion. Wer auf der etwa 9 Kilometer langen Straße von Artà hinauf zur Ermita de Betlem fährt, sollte unterwegs einen kleinen Zwischenstopp einlegen. Ungefähr einen Kilometer vor dem Kloster findet sich ein Aussichtspunkt, von dem man einen atemberaubenden Blick auf die beiden Landzungen Cap de Ferrutx und Cap de Formentor hat. Von hier aus glänzt auch die hübsche Bucht von Alcúdia. Für Wanderfreunde oder Mountainbiker führt übrigens auch ein Schotterweg von Betlem aus zur Einsiedelei. Die Ermita de Betlem war ursprünglich ein maurisches Landgut. Die verfallene Alqueria Binialgorfa wurde im Jahre 1805 von den Mönchen der Glaubensgemeinschaft der Eremiten von San Antonio und San Pablo liebevoll restauriert und zum Kloster umgebaut. Zum Haupteingang der Klosterkapelle führt eine rund 150 Meter lange, eindrucksvolle Zypressenallee. Schon in der Vorhalle finden sich kunstvoll gestaltete Kacheln. Das Innere der Kapelle wird geprägt von einem Marmoraltar sowie zahlreichen meisterhaft gefertigten Skulpturen des Künstlers Adrià Ferrà. Die Kuppel zieren gut erhaltene Fresken von Francesc Parietti. Besonderes Highlight der Klosterkapelle ist die prächtige Gemäldesammlung des Künstlers Manuel Bayeu. Alljährlich am 1. Mai steht die Ermita de Betlem im Mittelpunkt einer Wallfahrt. Dann nämlich ziehen die Bewohner des Ortes Artàs hinauf zum Kloster zur Figur des Christus der Agonie. Diese äußerst sehenswerte Statue war ein Geschenk des mallorquinischen Kirchenoberhauptes Kardinal Antonio Despuig an die Einsiedelei zur Weihe des Klosters im Jahre 1806. Auf dem Areal der Ermita befindet sich die Quelle Font de s’Ermita. Ein kleiner Spaziergang zu der etwa 300 Meter entfernten, romantisch inmitten mächtiger Bäume gelegenen Wasserstelle lohnt sich, denn genau daneben kann man die hübsche Lourdesgrotte bewundern. Hinter dem Marienheiligtum, welches zu Ehren des Wunders von Lourdes erbaut wurde, führt ein kleiner Fußweg zu einem wunderschönen Aussichtspunkt Nach dem Auszug seiner älteren Glaubensbrüder im Jahre 2010 nach Santíssima Trinitat hält nur ein Pater noch ganz alleine dort die Stellung. Er öffnet und schließt Tag für Tag die Kapelle für die Gäste und verkauft Souvenirs an die Besucher.

Die Kreiselkunst auf Mallorca

Auf Mallorca finden sich vielerorts beeindruckende Kunstobjekte inmitten der zahlreichen Kreisverkehre der Insel. Fast jede größere „Rotonda“ ist originell und kunstvoll gestaltet und bietet einen besonderen Hingucker. Hier lohnt es sich auch noch eine weitere Runde herumzufahren, um das Objekt genau von allen Seiten betrachten zu können. Etwa zwei Dutzend Skulpturen zieren die Kreisverkehre. Hier finden sich abstrakte und filigrane Figuren, realistische Szenen oder bombastische Monumente, die vielmehr als nur schöne Dekorationsobjekte sind. Vielen Beobachtern ist sicher nicht bekannt, wie die Objekte heißen oder wer sie geschaffen hat, da leider keine Bezeichnungen oder Angaben zu finden sind. Hinweistafeln findet man hier nicht und auch Listen oder Kataloge über die Kreisel-Kunstwerke sucht man vergebens. Neben einfacher Handwerkskunst stehen an den Kreiseln nämlich auch Werke bekannter Künstler. So steht beispielsweise ein hübsch angemaltes Fischerboot an der Rotonda in Sa Rápita, gleich gegenüber des Yachthafens. Wer auf der Ma-15 von Palma in Richtung Manacor fährt, hat sicher schon einmal bei Vilafranca de Bonany die überdimensionalen zweigesichtigen Ballettfiguren aus Stahl bewundert. Diese im Jahre 2005 von Miguel Sarasate geschaffene Skulptur nennt sich bezeichnenderweise „Ball des Cultures“. Der Künstler lebt und arbeitet in Artà. Am Flughafen zieht die rund 15 Meter hohe Installation „Anfora“ des, ebenso auf Mallorca lebenden, Künstlers Ben Jakober und seiner Ehefrau Yannik Vu, alle Blicke auf sich. Doch auch nicht nur auf Mallorca beheimatete Künstler tragen etwas zur Kreiselkunst auf Mallorca bei. Im Kreisverkehr vor Alcúdia steht nicht zu übersehen ein rotes Pferd. Es stammt vom italienischen Künstler Aligi Sassu. Aufwendig und überaus beeindruckend ist außerdem die namenlose Straßen-Skulptur an der Autobahn von Palma nach Inca. Das aus mehreren tausend Eisendrähten geflochtene Kunstwerk stammt vom Japaner Keiji Kawashima. Auf Mallorca gibt es auch Kreisel-Kunstwerke, die Szenen der Inseltradition darstellen. So beispielsweise die Installation des „Dijous Bou“, des großen mallorquinischen Herbstmarktes am Kreisel der Inca-Autobahn etwa auf Höhe des Ortes Consell. Einige der Kunstwerke wurden der Insel von Künstlern „geschenkt“, die auf Mallorca leben. Wieder andere wurden erworben. Die Summen für die Kreisel-Kunstwerke liegen nach Angaben des Inselrates zwischen 10.000 und ca. 140.000 Euro. Kreisverkehre sind ideale Plattformen, um Kunstwerke für Jedermann sichtbar zu präsentieren.

Talayots – die geheimnisvollen Steinbauten Mallorcas

Mallorca ist reich an archäologischen Zeugen der Vergangenheit. Die Insel verfügt über rund 3.500 historische Stätten, die Spuren der Vergangenheit beherbergen. Noch werden viele davon durch das Museu de Mallorca erforscht, doch wurden bisher erst knapp die Hälfte freigelegt. Zu den wohl geheimnisvollsten Zeitzeugen der mallorquinischen Geschichte zählen die sogenannten Talayots, turmartige Gebäude, die eine ganze Kultur geprägt haben. Die Talayot-Kultur bezieht sich auf den Zeitraum, als die Römer die Insel in Beschlag hatten, also die Spanne zwischen 1.300 und 123 v. Chr.. Zwei relativ gut erhaltene Talayot Siedlungen kann man heute auch auf Mallorca finden. Das sind zum einen Ses Païsses, in der Nähe von Artà, im Nordosten der Insel und zum anderen Capocorb Vell, ganz in der Nähe des Urlaubsortes Cala Pi im Inselsüden. Das Zentrum der beiden antiken Dörfer bilden auch heute noch die großen Talayots, von denen nicht genau bekannt ist, welchem Zweck sie eigentlich dienten. Man geht davon aus, dass sie teils bewohnt waren, teils aber auch als Wachtürme genutzt wurden. Schon lange bevor die Talayot Kultur auf Mallorca entstand, war die Insel bewohnt. Die ältesten Knochenfunde stammen bereits aus dem 7. Jahrtausend v. Chr.. Man vermutet, dass die ersten Bewohner vom spanischen Festland auf die Baleareninsel kamen. Um 1.300 v. Chr. änderte sich allerdings die Art der Besiedelung und die Siedlungen waren von mächtigen Mauern umgeben. Die Talayots waren allgegenwärtig und befanden sich im Zentrum der Siedlungen. Die Mauren nannten mehrere Jahrhunderte später ihre Wehrtürme „Talaya“. Wer genau die Siedler waren, die die Talayot Kultur ins Leben gerufen haben, ist noch nicht ganz klar. Experten gehen allerdings davon aus, dass sie aus dem östlichen Mittelmeerraum stammten. Eine sehr ähnliche Zyklopenbauweise gab es auf Korsika, Malta und Sardinien. Etwa 100 Einwohner lebten in einer Talayot Siedlung. Nach den starken Befestigungsmauern um die Siedlungen geht man davon aus, dass die damaligen Bewohner vielen Kämpfen ausgesetzt waren. In einigen Museen auf Mallorca kann man interessante Exponate aus dieser Epoche bewundern. Dass damals der Getreideanbau eine wichtige Rolle gespielt haben muss, beweisen Funde von Steinwerkzeugen. Knochenfunde von Schweinen, Schafen und Ziegen an den Feuerstellen zeugen davon, dass man neben Brot auch Fleisch aß. Weiterhin geben Skulpturen von Tiergottheiten, wie dem Stier, Rückschlüsse auf das religiöse Brauchtum zu dieser Zeit.

Das Castell de Santueri

Ein wenig versteckt, südöstlich des Ortes Felanitx, thront auf dem gut 400 Meter hohen Puig de Santueri das historische Castell de Santueri. Die noch relativ gut erhaltene Festungsanlage erreicht man, vorbei an duftenden Orangen- und Mandelbäumen und Olivenhainen, über eine sehr schmale, steile und kurvenreiche Strasse zwischen Felanitx und Santanyí. Der Weg endet auf dem Parkplatz am Fusse des Castells. Über einen stufigen Weg gelangt man zur mächtigen Befestigungsanlage. Schon etwa 100 v. Christus, zur Zeit der Besatzung durch die Römer, stand an der Stelle des heutigen Castells de Santueri ein Wachturm zum Schutz der Inselbewohner. Nachdem Mallorca im Jahre 902 vom Emirat von Córdoba erobert wurde, errichtete man hier eine Festungsanlage. Nach einem Jahr eroberten die Truppen von König Jaume I. im Zuge der Requonquista das Castell zurück. Im 13. Jahrhundert war die Befestigungsanlage ein zentraler Verteidigungspunkt gegen die Truppen von König Aragon. Dabei wurde das Castell fast vollständig zerstört. Im 14. Jahrhundert baute man auf den alten Grundmauern das heutige Castell de Santueri, um die Insel vor den Angriffen der Piratenflotte zu schützen. Ab dem 18. Jahrhundert wurde das Castell seinem Schicksal überlassen und es verfiel. Die unter Denkmalschutz stehende Anlage wurde in jüngster Zeit allerdings umfangreich und detailgenau restauriert und abgesichert, so dass heute einem entspannten Besuch nichts mehr im Wege steht. Von der beeindruckenden Befestigungsanlage aus hat man einen atemberaubenden Ausblick in die Umgebung. So schweift der Blick über die weite Hügelkette Serres de Llevant und hinunter zur Küstenregion um den Ort Porto Colom. Auch das markante Steinkreuz des historischen Klosters Santuari de Sant Salvador auf einem benachbarten Höhenzug ist unschwer zu erkennen. Ist das Wetter gut und die Sichtverhältnisse optimal, schaut man sogar bis zu den benachbarten Inseln Menorca und Ibiza. Eine beeindruckende Aussicht, die man sicher so schnell nicht wieder vergessen wird. Jeder Besucher wird sofort von der wildromantischen Atmosphäre der Burgruine gefesselt sein. Hier ist ein Refugium der Stille und Beschaulichkeit. Souvenir-Shops oder Imbissbuden sucht man hier vergeblich. Dafür findet man aber Ruhe und eine wundervolle Naturkulisse inmitten steinerner Zeitzeugen der Geschichte Mallorcas. Da es hier auch kein Café oder Restaurant gibt, in dem man sich etwas erfrischen kann, sollte man vor einem Besuch daran denken, einen ausreichenden Wasser- und Proviant-Vorrat dabei zu haben.

Das Castell de sa Punta de n’Amer

Das Castell de sa Punta de n’Amer ist ein historischer Wehrturm. Er befindet auf der Halbinsel Punta de n’Amer an der Ostküste Mallorcas. Von den Einheimischen wird er nur „Es Castell“ genannt. Punta de n’Amer ist ein eindrucksvolles Naturschutzgebiet zwischen Sa Coma und Cala Millor. Das Castell, dass tagsüber für Jeden frei zugänglich ist, dient als wundervolle Aussichtsplattform über die bezaubernde Bucht Badia de Son Servera und lohnt immer einen Besuch. Es Castell kann man mit dem Auto über die östliche Zufahrt erreichen. Für Naturfreunde gibt es allerdings auch schöne Wanderwege, die zu dem burgähnlichen Wehrturm führen. Das historische Bauwerk wurde im Jahre 1696 zum Schutz vor Piratenangriffen erbaut. Es ist eine eindrucksvolle Kombination aus einer rechteckigen Pyramide und einem kubischen Geschützturm und besteht aus typisch mallorquinischen Marès-Gesteins-Quadern. Nur etwa 450 Meter entfernt befindet sich ein Steinbruch dieser besonderen Gesteinsart. Damals diente Es Castell de sa Punta de n’Amer als Beobachtungsturm und wurde auch zur direkten Verteidigung der Ostküste Mallorcas genutzt. Wie in allen Türmen des weiten Festungsnetzes Mallorcas, war immer ein Turmwärter als Meldeperson anwesend. Für den Geschützkampf war das Castell mit einer Zugbrücke ausgerüstet. Außerdem gab es an jeder der vier Seiten eine Schießscharte. Der Graben um das Castell beherbergte einen Vorratsbunker sowie eine Zisterne. Als etwa in der Mitte des 19. Jahrhunderts die Angriffe auf die Insel abnahmen, wurde das Castell versteigert und ging in Privatbesitz über. Zur Zeit des Spanischen Bürgerkriegs von 1936-1939 war das Castell ein wichtiger Nachrichten-Standort für die Nationalisten. Er wurde auch als Vorratsbunker genutzt. Noch heute zeugt eine historische Kanone auf der Geschützplattform von den erbitterten Kämpfen gegen die feindlichen Piraten. Inmitten der Dünen liegt das Castell landschaftlich reizvoll und bietet einen spektakulären Blick in die noch ursprüngliche Natur der Halbinsel-Region. Über eine Wendeltreppe erreicht man die Aussichtsplattform. Der im Jahre 1969 aufwendig restaurierte Wehrturm beherbergt heute ein Museum in dem interessante Dokumente und Ausstellungsstücke zur Geschichte des Castell de sa Punta de n’Amer zu bewundern sind. Auch eine kleine Waffensammlung befindet sich hier. Ein Nebengebäude des Wehrturms ist eine kleine Gaststätte, in der man bei einer Erfrischung herrlich verweilen kann. Ein Ausflug zum Castell de sa Punta de n’Amer ist immer ein lohnenswertes Erlebnis auf der Insel.

Das Castell de Bellver

Hoch über dem Hafen von Palma de Mallorca thront das Castell de Bellver. Die über 700 Jahre alte Festung ist eine der ältesten Bauwerke auf der Insel und lohnt immer einen Besuch. Schon beim Anblick der kreisförmigen Festung erkennt man, dass es sich hier um eine ganz besondere Burg handelt. Tatsächlich ist das Anfang des 14. Jahrhunderts errichtete Castell de Bellver das einzige Rundschloss in Spanien. Inmitten eines dunklen Pinienwaldes hebt sich das helle, goldgelbe Gestein der Festung malerisch ab. Die imposante Anlage, die zeitweise auch als Residenz der Könige von Mallorca diente, verfügt über vier Wehrtürme, von denen drei in die Ringmauer integriert sind, während der höchste Turm über eine Brücke erreicht werden kann. Der 33 Meter hohe Torre de l’Homenatge bietet ein wirklich phantastisches Panorama ins Umland. Von rund 113 Metern Höhe hat man den wohl schönsten Ausblick auf Palma und das schimmernde Meer. Innerhalb der trutzigen Mauern liegt ein elegant angelegter, zweistöckiger Innenhof. Im Inneren der Gemäuer befindet sich außerdem das Stadtmuseum in dem die Stadtgeschichte von Palma anschaulich dargestellt wird. In den Räumlichkeiten des Castell de Bellver, das seit 1931 der Stadt gehört, finden sich auch Skulpturen des mallorquinischen Künstlers Antoni Despuig. Im Keller der Festung lauert das gefürchtete Gefängnis. Die Mallorquiner nennen es auch “s’olla”, den Kochtopf. Gefangene wurden durch eine Klappe in das fünf Meter tiefe Verlies geworfen. Als einzige Lichtquelle diente ein winziges Fenster. Schon im 14 Jahrhundert wurde die Witwe des Königs Jaumes III. sowie deren Kinder dort als Gefangene gehalten. Auch Gaspar Melchor de Jovellanos, eine tragische Figur der spanischen Geschichte, war im 19. Jahrhundert im Verlies eingesperrt. Als die Anlage nicht mehr militärisch genutzt wurde, diente sie als die Münzpräge der Insel. Um die Burg der schönen Aussicht, wie sie auch genannt wird, liegt der herrlich angelegte ehemalige Jagdpark der Anlage. Hier kann man auf verschiedenen Wegen wunderbare Spaziergänge machen. Lohnenswert ist auch der etwa 30 minütige Fußmarsch von der Parkeinfahrt bis zum Castell de Bellver. In den Sommermonaten sollte man am besten morgens oder in den frühen Abendstunden zu Besuch kommen, da zu diesen Zeiten mehr Ruhe herrscht. Außerdem sind dann auch die Lichtverhältnisse zum Fotografieren besser.

Rolf Schaffner – Der Künstler und seine Skulpturen

Eine bedeutende Persönlichkeit der mallorquinischen Kunstszene ist sicherlich der Bildhauer Rolf Schaffner. Auch wenn einem der Name nicht unbedingt geläufig ist, so haben doch schon viele einige seiner Kunstwerke gesehen. Schaffner (1927-2008) lebte und wirkte hauptsächlich in der Gemeinde Santanyí. So stehen auch hier einige seiner imposanten Werke. Beispielsweise die beiden Statuen Rey y Reina, die aus einem sechs Meter Koloss und einem 4,50 großen Kunstwerk am Kreisverkehr Santanyí-Llombards einen König und eine Königin darstellen sollen. Nicht zu vergessen die mächtigen Kalksandstein-Figuren, die einem zwischen den Grünanlagen bei Son Danus an der Straße zwischen Campos und Santanyí in Auge fallen. Oder wer kennt nicht die eindrucksvolle Fassade der Kirche des Ortes Cala Figuera. Und etwas versteckt stehen am Kreisverkehr nach Cala Llombards die knapp 7 Meter hohen „Caballos). Eine Steinskulptur aus sechs Pferden. Obwohl der Künstler, wie kein anderer, der Gemeinde Santaní seinen unverwechselbaren Stempel aufgedrückt hat, hatte Schaffner nicht viel im Sinn mit dem Trubel des örtlichen Kunstmarkts. Viel wichtiger war für ihn eine freie Entfaltung. Und entfalten konnte er sich auf der Insel. Sein Atelier, das auch gleichzeitig sein Ausstellungsraum war, befand sich unter freiem Himmel und ebenso in der Finca Son Danus. Noch heute kann man hier ein eindrucksvolles Skulpturen-Ensemble vorfinden. Zu Ehren des deutschen Bildhauers und seinen Werken widmet die Gemeinde Santanyí dem Künstler einen eigenen Ausstellungsraum im örtlichen Kulturzentrum Ses Cases Noves. Hier, im Rahmen der Dauerausstellung mit dem Namen „Rolf Schaffner – Collecció Nora Braun“, kann man 15 Skulpturen aus Stein und Bronze bestaunen. Rolf Schaffner wurde 1927 im Südschwarzwald geboren. Von 1956 bis 1962 studierte er Kunst an der Akademie der Bildenden Künste in München. Hier erhielt er im Rahmen eines Künstler-Wettbewerbes des Nationalen Olympischen Komitees in Deutschland den 3. Preis für seine überdimensionierte Betonskulptur »Athlet«. Doch sein wahres Zuhause fand er in der Stadt Santanyí. Die wohl bedeutendste Arbeit Rolf Schaffners ist aber das Projekt „Equilibrio“ oder auch Equilibrium (Gleichgewicht). Das länderübergreifende, 1995 entstandene, Werk am Fußweg in Richtig Es Pontás, ist der südlichste Teil eines Gesamtwerkes, das aus insgesamt fünf Stelen besteht. Diese meterhohen Kunstwerke bilden ein Kreuz das ganz Europa verbindet. Die anderen Objekte befinden sich in Trontheim (Norwegen), Bensberg bei Köln, Cork (Irland) sowie Wolgograd (Russland). Schaffner verstand dieses Werk als Symbol des Friedens und der Demokratie sowie eines verantwortungsvollen und bewussten Umgangs mit der Natur.

Die Windmühlen auf Mallorca

Ohne Zweifel sind die vielen Windmühlen das Wahrzeichen der Insel. Zahlreiche typisch mallorquinische Windmühlen prägen das Landschaftsbild Mallorcas. Immer wieder imposant ist das Gesamtkunstwerk von liebevoll restaurierten, gut erhaltenen oder halb verfallenen Windmühlen, das jeden Besucher schon bei dem Anflug auf die Baleareninsel ins Auge sticht. Auf Mallorca befinden sich im Mittelmeerraum, neben der Insel Kreta, die meisten Windmühlen weltweit. Die höchste Dichte findet sich in der Mitte der Insel. So gibt es beispielsweise in der Gemeinde Muro 193 Mühlen, in Llucmajor 106 und in Ses Selines 99. Sa Pobla bringt es gar auf insgesamt 311 Wasser- und Getreidemühlen. Ein Großteil der Mühlen, die im Laufe der Zeit verfallen sind, wurden durch die Gemeinden teils aufwendig und liebevoll restauriert. In Santa Maria, in der Inselmitte, entstand beispielsweise in einer wieder aufgebauten Mühle das noble Restaurant Moli des Torrent, wo man köstliche Spezialitäten in romantischem Ambiente genießen kann. Weitere sehr gut erhaltene Exemplare befinden sich auch um den Ort Campos. Die Geschichte der Windmühlen auf Mallorca geht bis in die Zeit der Eroberung durch die Christen im Jahre 1229 zurück. Dabei gibt es bis heute noch ganz unterschiedliche Formen und Einsatzgebiete. Im 14. und 15. Jahrhundert wurden Mühlen mit einem breiten Rundturm von den Bauern als Getreidemühlen für Korn und Mehl verwendet. Auch zahlreiche Ölmühlen säumten die Insel. Hier wurde das wertvolle Olivenöl, das flüssige Gold Mallorcas, gepresst. Zu ihrer Blütezeit, im 18. Jahrhundert, waren rund 1.000 Windmühlen über die gesamte Insel verteilt. Die meisten Mühlen verfügen über charakteristische Segelstangenflügel. Hierzu gehören auch die sogenannten Pumpmühlen. Diese wurden im 19. Jahrhundert dazu verwendet das Grundwasser für die Landwirtschaft zu Tage zu pumpen. Fast alle, der heute noch erhaltenen Mühlen auf Mallorca, werden noch immer für die Grundwassergewinnung verwendet, allerdings sind von den ursprünglich 2.500 Wasserfördermühlen heute nur noch sehr wenige aktiv in Gebrauch. Vollständig still stehen jedoch die Salz- und Getreidemühlen, die noch bis in das 20. Jahrhundert hinein hier ihren Dienst verrichteten. Um das kulturelle Erbe der mallorquinischen Windmühlen zu schützen, hat das Umweltministerium einen umfassenden Maßnahmenkatalog erstellt, der die Katalogisierung, Erhaltung und Restaurierung dieser Baudenkmäler regelt. Ebenso wurde vom Inselrat die Ruta des Molins ins Leben gerufen. Auf dieser Route liegen sechs sehenswerte restaurierte Windmühlen.1

Das Erlebnis-Museum „La Granja“

Das Museum La Granja bei Esporles ist ein lebendiger Zeitzeuge der traditionellen mallorquinischen Geschichte und Kultur. Der ehemalige Gutshof, der früher sowohl als Bauernhof, als auch als herrschaftliche Residenz diente, informiert seine Besucher auf anschauliche Art und Weise über Mallorcas Handwerksberufe, die in der Zeit vom 10. bis zum 17. Jahrhundert auf der Insel ausgeübt wurden. Ein Rundgang durch das charmante La Granja vermittelt eindrucksvoll wie vor rund 400 Jahren das Leben in einem Herrenhaus ausgesehen hat. Die Wohnräume und die Küche sowie die Schlaf- und die Kinderzimmer spiegeln die Epoche wieder. Auch eine eindrucksvolle Folterkammer darf natürlich nicht fehlen. Auf dem Weg durch die Räumlichkeiten wird der Besucher mit traditionellen Handwerksvorführungen unterhalten. So lernt man hier vieles über den altehrwürdigen Beruf des Schmieds, des Schusters oder des Tischlers. Auch die damalige Produktion von Textilien, Papier oder Olivenöl wird im Museum auf anschauliche Art dargeboten. Im La Granja erlebt man so mallorquinische Tradition hautnah mit. Highlight eines jeden Besuches ist die live Dressur-Show der hauseigenen Falknerei. Doch nicht nur die Innenräume des Museums sind sehenswert. La Granja ist eine bezaubernde Oase inmitten der traumhaft schönen Serra de Tramuntana. So halten die Außenanlagen zahlreiche Überraschungen für die Gäste bereit. Die üppige Flora und Fauna der Gärten lädt zu einem beschaulichen Spaziergang ein. Zwischendurch finden sich natürliche Wasserfälle, sowie ein rauschender Sturzbach. In einigen Außenbereichen sind einheimische Tiere zu beobachten. Der idyllische Platz in der freien Natur wird auch sehr gerne für Veranstaltungen gebucht. So können hier Events wie Hochzeiten, Kommunionen oder andere Veranstaltungen stattfinden. Ebenfalls die großzügigen Salons können für besondere Feierlichkeiten genutzt werden. Auch die Genießer kommen in La Granja voll auf ihre Kosten. Umgeben von üppigen Grünanlagen, mit einer wundervollen Aussicht, bietet das Gut ein hübsches Terrassencafé sowie ein Restaurant. Im Gastronomie-Shop des Museums kann man mallorquinische Spezialitäten kosten und kaufen. Hier gibt es neben köstlichen Weinen auch die traditionelle Sobrasada-Streichwurst, Buñuelos (Windbeutel), frisches Feigenbrot und hausgemachte Marmeladen. Adresse:La GranjaCtra Banyalbufar, Km 1.507190 EsporlesWebsite: www.lagranja.net/de/

Die Gärten der Villa March

Im Osten Mallorcas, hoch über Cala Ratjada, thront majestätisch die eindrucksvolle Villa March. Die auch Casa March genannte dreistöckige Villa des mallorquinischen Traditions-Bankiers Juan March, dem Gründer der Banca March, diente bis zum Jahre 1999 der Familie March als Sommersitz. Juan March hatte sich das rund 6 Hektar große Anwesen von den besten Stararchitekten planen lassen. Die Villa mit ihrer imposanten Außenanlage wurden fulminant angelegt und ist äußerst sehenswert. Das parkähnliche Gelände, die Jardines de sa Torre Cega, wurde nach einem fensterlosen Turm benannt, der in früheren Zeiten an dieser Stelle als Wachturm für die Küste um Cala Radjada diente. Heute verbindet eine elegante Prachttreppe den Eingang von unten an der Joan-March-Straße mit der schönen Terrasse der Villa. Von hier aus schweift der Blick hinunter in die idyllische Bucht von Cala Ratjada mit ihrem kristallklaren Wasser. Besonders beliebt bei den Besuchern sind die Gärten der Villa March wegen ihrer zahlreichen Skulpturen und der einzigartigen Kunstwerke. So finden sich im Ostteil der Parkanlage eindrucksvolle Tierskulpturen des Künstlers Otero Besteiro. Gerade bei deutschen Residenten sind diese Plastiken sehr beliebt. Weiterhin befinden sich aber noch über 40 weitere Skulpturen internationaler Künstler auf dem Gelände. Dazu zählen unter anderem Werke von Meistern wie Manolo Corona, Pablo Serrano oder Eusebio Sempere. Diese Kunstobjekte zählen zur Epoche der spanischen Avantgarde, die ihren Höhenpunkt in den 1960ern und 1970ern hatte. Der bezaubernde Skulpturengarten mit seinen prächtigen Springbrunnen, üppig blühenden Blumen und Sträuchern, schimmernden Teichen sowie seiner vielfältigen Baumpracht ist eine einzigartige Oase der Stille und Beschaulichkeit. Nicht umsonst zählt die wunderschöne Gartenanlage zum Kulturerbe der Stiftung Bartolomé March Servera. Für Naturliebhaber zählt ein Besuch der Gärten der Villa zu einem absoluten Highlight auf der Insel. Die Villa March selbst ist herrlich mit kunstvollen Wandmalereien und fantastischen Bodenmosaiken ausgestattet. Sie wurde um 1915 nach den Plänen der renommierten Architekten Guillermo Reynes und Guillermo Forteza Pinya errichtet. Die Gärten waren nach einem heftigen Tornado, der einen Großteil des Anwesens zerstörte, für zehn Jahre für Besucher geschlossen. Nach ihrer liebevollen Wiederinstandsetzung wurden die Gärten der Villa March im Jahr 2010 von König Juan Carlos und seiner Frau wieder eröffnet. Adresse:Sa Torre Cegac/ Juan March, 207590 Cala RatjadaReservierung ist erforderlichWebsite: www.fundacionbmarch.es