Die Festung Es Forti

Ein empfehlenswertes Ausflugsziel an der Südostküste Mallorcas ist die historische Festung „Es Forti“. Die sehenswerte ehemalige Militärfestung liegt an der idyllischen Cala D’Or, inmitten einer hübschen Felslandschaft gleich am Ortseingang zu Cala Llonga, Santanyi. Die renovierte Anlage lohnt einen Besuch und dieser kann wunderbar mit einem beschaulichen Spaziergang durch die herrliche Landschaftskulisse verbunden werden. Das zerklüftete Küstenareal um Cala D’Or ist durch seine hohen Felsen und rauen Klippen ein sehr reizvolles Gebiet. Das kristallklare Wasser und die kleinen charmanten Strände locken immer wieder Naturfreunde an. „Es Forti“, auch bekannt unter dem Namen „Bateria Nueva de Cala Llonga“ liegt unweit vom wunderschönen Nationalpark Mondragó, der für seine traumhaften Strände bekannt ist. Auf dem Weg zur Festung kann also auch wunderbar ein kleiner Badeaufenthalt mit eingeplant werden. Unterwegs passiert man auch eine kleine Bucht, mit dem schönen gepflegten Strand „Cala Es Forti“ , der die Wanderer und Besucher des kleinen aber imposanten Forts zum Verweilen, Schwimmen und Entspannen einlädt. Im Jahre 1730 wurde die Festung auf königliche Anordnung durch Philipp V. errichtet. Sie sollte den Seeleuten als Zufluchtsort vor Piraten dienen. Die Anlage war mit vier Kanonen zur Verteidigung ausgestattet. Außerdem hatte das quadratische Bauwerk an der Wasserseite zahlreiche große Schießscharten, um die Angreifer abwehren zu können. Die Festung bot auch Wohnraum. Sie verfügte über 3 Kammern, für den Feldwebel und seine Leibwache, die aus bis zu 19 Männern bestand. Nachdem das Fort im Jahre 1755 durch ein Erbeben zerstört wurde, fand im Jahre 1793 nochmals der komplette Wiederaufbau der Wehranlage statt. Im Jahre 1878 ging „Es Forti“ schließlich in privaten Besitz über. 1992 folgte dann der letzte Besitzerwechsel. Damals wurde die hübsche Wehranlage liebevoll restauriert und der Öffentlichkeit zugänglich gemacht. Man kann die Festung kostenfrei betreten und sich in Ruhe ein Bild von der historischen Stätte machen. Immer wieder kommt man an schönen Aussichtspunkten oder Plattformen vorbei. Von hier aus hat man eine atemberaubende Aussicht auf das Meer und die zerklüftete Landschaft aus mächtigen Felsformationen und traumhaften, einsamen Buchten. Neben der Besichtigung der Anlage bietet die Festung auch regelmäßige Veranstaltungen, wie Konzerte, Ausstellungen, kulturelle Feste und traditionelle Feierlichkeiten in einem einmaligen historischem Ambiente.
Segeln an der Küste Mallorcas

Wer Mallorca einmal von einer ganz anderen Seite entdecken möchte, nämlich vom Meer aus, sollte die Segel setzen. Die Insel ist bei Segel-Fans besonders beliebt wegen der herrlichen Natur, den wildromantischen felsigen Buchten und der verträumten kleinen Stränden. Das durchweg milde Klima und die relativ ruhige See machen einen Segelausflug zum wahren Vergnügen und ist eine wunderbare Abwechslung. Während eines Törns kann man einige schöne Küstengebiete absegeln und die Insel von Hafen zu Hafen abfahren oder auch die gesamte Insel umrunden. Der Ausflug auf dem Wasser bietet atemberaubende Einblicke auf die Inselregion, die einem vom Land aus verwehrt bleiben. Doch nicht nur über dem Wasser gibt es viel zu sehen. Im Meer selbst tummeln sich manchmal auch Delfine, die die Boote begleiten und für schöne Fotomotive und unvergleichliche Momente sorgen. Natürlich ist bei einem Segeltörn auch ein Sprung ins türkisblaue Wasser eine herrliche Angelegenheit. Segeln auf eigene Faust – Buchten und Marinas auf Mallorca Beliebte Ziele für entspannte Segelausflüge sind die zahlreichen verschwiegenen Buchten, die vom Festland aus kaum zu erreichen sind. Eine davon ist die wunderschöne Cala Petita, an der nur wenige Boote anlegen können und die deswegen ein paradiesisches Kleinod für Wassernixen und Sonnenanbeter inmitten einer atemberaubend schönen Naturkulisse ist. Wer den Segelausflug mit einem kleinen Landausflug verbinden möchte und lieber gemütlich durch die engen Gässchen eines verschlafenen Örtchens schlendern möchte, dem sei die idyllische Naturbucht von Port de Sóller wärmstens empfohlen. Gleich am Pier des schönen Schutzhafens befinden sich zahlreiche landestypische Cafés, Bars, Terrassenlokale und kleinere Läden. Wer es lieber etwas lebendiger haben möchte, der geht in Puerto Andratx vor Anker. Eine besonders schöne Marina befindet sich natürlich in Palma. Rund um den Hafen der mallorquinischen Hauptstadt kann man zahlreiche Sehenswürdigkeiten erkunden und hinterher im Schein der Abendsonne in einem der gemütlichen Balnearios ein köstliches Glas spanischen Rotwein zu leckeren Tapas genießen. Von Palma aus empfiehlt sich auch eine Segeltour nach Porto Colom, der größten Naturbucht Mallorcas. Wer ein besonderes Naturschauspiel erleben möchte, dem sei ein Ausflug zum Hafen von Porto Cristo empfohlen, denn von der Bucht aus gelangt man direkt zu den bezaubernden Drachenhöhlen mit ihrem kristallklaren, unterirdischen See. Segeln mit einem Skipper – Unbekümmerter Törn für Jedermann Auch wer keinen Segelschein hat, muss keinesfalls auf den Segelspaß verzichten, denn es gibt auch die Möglichkeit, Segelboote mit einem erfahrenen Skipper anzumieten. Mit solch einem erfahrenen Kapitän an der Seite, kann man ganz entspannt die Küste Mallorcas erkunden. Er kümmert sich um die Navigation, während man an Deck der Segelyacht in der Sonne relaxen und die wunderschöne Landschaft genießen kann.
Ausflug zum Torre d’Albarca

Im Rahmen einer beschaulichen Küstenwanderung an der Steilküste der Cala des Matzoc lohnt sich ein Abstecher zum Torre d’Albarca, auch bekannt als „Es Matzoc“. Der trutzige Steinbau ist einer der 85 Türme entlang der Inselküste, die zur Beobachtung und zur Verteidigung gegen die Piraten auf Mallorca errichtet wurden. Anders als seine beiden Nachbartürme, der westlich gelegene Talaia Moreia und der Talaia de Son Jaumel auf der Südost-Seite, die beide aus dem 16. Jahrhundert stammen, wurde der Torre des Matzoc erst im Jahre 1751 errichtet. Der Bau wurde durch die Gemeinde Artà angeordnet, um den Kanal nach Menorca zu Zeit der damaligen dortigen Besatzung durch die Briten observieren zu können. Eine schöne, relativ leicht zu gehende Küstenwanderung führt zum Torre d’Albarca. Vom Parkplatz gelangt man rechts von der Bucht auf einem gut befestigten Weg durch ein hübsches duftendes Pinienwäldchen und über einen mit Steinmännchen gesäumten Pfad bis hinauf zum Wehrturm. Die ursprüngliche Bezeichnung des elf Meter hohen Wehrturmes lautet Turm San Fernando. Das Bauwerk ist kegelförmig gebaut und besteht aus zwei Geschossen und einer Geschützplattform. Anfangs befand sich der Eingang im oberen Stockwerk, nur durch eine Leiter zugänglich, die sicherheitshalber immer entfernt wurde, um feindlichen Angreifern den Zugang zu erschweren. Später wurde das untere Stockwerk um einen zweiten Eingang ergänzt. Das Erdgeschoss mit drei Räumen beherbergte das Pulvermagazin. Zur Geschützplattform gelangte man über eine Wendeltreppe. Heute kann man die Plattform des liebevoll restaurierten Torre d’Albarca über zwei Steintreppen und eine stabile Leiter erreichen. Die Verankerung der Leiter sollte allerdings vor dem Besteigen immer überprüft werden. Oben steht noch ein altes mit Patina überzogenes Kanonenrohr und auf einem Sockel eine antike Säule. Von hier oben hat man eine fantastische Aussicht über die gesamte Umgebung. In Richtung Nordwesten schweift der Blick über die schöne Talaia de Moreia und die Talaia d’Alcúdia. Weiter blickt man auf den Penya Roja auf der Halbinsel Sa Victòria und über das malerische Cap Pinar bis hin zum Cap Formentor. Außerdem kann man die herrliche Bergwelt der Halbinsel Ferrutx bewundern. Auch das winzige Inselchen Faralló d’Albarca, ein begehrter Brutplatz für Wasservögel, ist von hier auszumachen. Über das azurblaue Meer kann man vom Südwesten die Nachbarinsel Menorca mit ihrem höchsten Berg, den „El Toro“ erkennen.
Die Ausgrabungsstätte Son Peretó

Die Ausgrabungsstätte Son Peretó gilt als Mallorcas bedeutendstes Relikt der frühchristlichen Kirche. Das Gelände, nahe der MA-15 zwischen Manacor und Artà, beherbergt, neben einer Reihe weiteren historischen Fundstücken, vor allem das Fundament einer rund 21 Meter langen und etwa 14 Meter breiten Basilika. Innerhalb dieser Grundmauern befinden sich unter anderem zwei kreuzförmige Taufbecken, von denen eines so tief ist, dass auch Erwachsene darin Platz fanden. Wer den etwa 100 Meter langen Feldweg zur Ausgrabungsstätte zurückgelegt hat, findet auf einer großen Infotafel einen ersten Überblick zur Geschichte dieses Ortes. Die Schautafel, die die Besucher in den Sprachen Spanisch, Katalanisch, Deutsch und Englisch informiert, berichtet von dem Landwirt Son Peretó, der vor rund einhundert Jahren beim Pflügen auf die Reste von historischen Mosaiken stieß. Kurz darauf verkaufte er sein Land an den Pfarrer und Hobby-Archäologen Joan Aguiló, der kurzerhand auf dem Gelände Ausgrabungen durchführen ließ. Während der dreijährigen Ausgrabungsarbeiten kamen die Reste der Basilika mit den Taufbecken und weiteren Räumen sowie eine Totenstadt und weitere alte Mosaike zum Vorschein. Ursprünglich war der Kirchenraum durch zwei Säulengänge unterteilt. Der Altar an der Ostseite wurde von vier Pfeilern gestützt, die in einem rechteckigen Sandsteinbecken eingelassen waren. Hier wurden früher auch die Reliquien aufbewahrt. Auffallend ist eine Reihe von Ziegelsteinen, die knapp über dem Boden der Kirche die Wände entlang verlaufen. Sie sollen eine Trennungslinie darstellen. Die Steine, die sich unterhalb davon befinden, sind die Überreste der ursprünglichen Grundmauern. Die Steine über der Markierung gehören auch zur Basilika, wurden aber von den Archäologen nachträglich eingesetzt. Viel ist nicht mehr übrig von der einstigen Basilika, doch eine rekonstruierte Zeichnung lässt erahnen, wie das Gotteshaus zur damaligen Zeit ausgesehen haben muss. Prachtvoll gearbeitete Mosaiken in rot, schwarz und weiß zierten den Boden der Seitenschiffe und des halbrunden Altarraums. Zusammen mit weiteren Fundstücken und Skeletten sind Teile dieses prachtvollen Mosaiks heute im Historischen Museum von Manacor zu bewundern. Neben dem Kirchengelände befinden sich eine Reihe von seltsam anmutenden Grabstellen. Die Begräbnisstätten hatten etwa die Form einer Badewanne und waren in verschiedenen Größen angefertigt. So gab es auch Kindergräber. Eine Infotafel zeigt, wie der Leichnam damals beigesetzt wurde. Archäologen zufolge wurde Son Peretó wahrscheinlich im 7. oder 8. Jahrhundert bei einen Brand, im Rahmen von Überfällen, durch Muslime zerstört.
Die Obelisken am Strand

Auf dem ersten Blick geben sie dem Beobachter schon einige Rätsel auf. Die großen, nach oben zulaufenden Betontürme an der Nordküste der Insel werden von vielen Besuchern zunächst einmal für Leuchttürme oder Beobachtungsposten gehalten. Doch tatsächlich handelt es sich bei den geheimnisvollen Obelisken in der Bucht von Alcúdia um die sogenannten Torres d’Enfilaciò. Das sind maritim-strategische Peiltürme die in den Kriegsjahren zwischen 1940 und 1945 von der spanischen Marine dort errichtet wurden. Viele der insgesamt 28 Obelisken waren ursprünglich weiß gestrichen und trugen an der Spitze eine rote Markierung. In den Jahren von 1941 bis 1970 setzte die spanische Flotte diese schlanken Türme zum Zweck der Kreuzpeilung für militärische Übungen ein. Die Obelisken dienten hauptsächlich Schiffs- und U-Boot-Kapitänen als Navigationspunkte bei Torpedo-Übungen im Bereich zwischen der Bucht von Alcúdia und Colònia de Sant Pere. Sie wurden immer paarweise aufgestellt, wobei einer der Türme immer 200 Meter weiter landeinwärts positioniert wurde. Die Abstände zwischen den Obelisken-Paaren betrug jeweils 1.240 Meter. Hat man zwei Landmarken wie diese Türme zur Verfügung, kann man mittels Peilung der beiden seine genaue Position feststellen. Heute sind von den ursprünglich 28 Türmen nur noch knapp ein Dutzend übrig, die meisten von diesen Obelisken befinden sich im Dünengebiet zwischen den Touristenhochburgen Can Picafort und Port d’Alcúdia. Viele davon sind noch recht gut erhalten. Einen restaurierten Peilturm in den Originalfarben weiß und rot kann man auf der Insel übrigens zwischen den Siedlungen Colònia de Sant Pere und Betlem finden. Hinter den Dünen befinden sich zwei sehenswerte Naturschutzgebiete, die einen Besuch lohnen. Die Reservate Area natural Sa Canova und Na Borges. Hier kann man bei einem beschaulichen Spaziergang, fernab vom Massentourismus eine einzigartige Flora und Fauna bestaunen. So finden sich hier neben wilden Olivenbäumen auch exotische Sträucher, wie der westliche Erdbeerenbaum. Auch Zwergpalmen, Steinlinden und Aleppo-Kiefern säumen das wildromantische Gebiet. Die ausgedehnte Dünenzone, die Marina de Sa Canova, aus der die unwirklich erscheinenden Obelisken emporragen, zieht sich mehrere Kilometer weit in das Landesinnere. Hier liegt auch ein kleiner Brackwassersee. Naturfreunde können seltene Vogelarten, wie den Grau- und Purpurreiher oder den Eisvogel in ihrer natürlichen Umgebung beobachten.
Ein Besuch im Pueblo Español

Im westlichen Teil der Altstadt von Palma im Stadtviertel Son Españolet liegt das Pueblo Español, das spanische Dorf. Nur etwa 500 Meter vom Paseo Maritimo entfernt kann man ein eindrucksvolles Freilichtmuseum der besonderen Art besuchen. Hierbei handelt es sich um ein außergewöhnliches architektonisches Projekt mit originalgetreuen Nachbauten von bedeutenden spanischen Gebäuden in einem etwas kleineren Maßstab. Das Pueblo Español wurde in den 1960er Jahren vom Architekten Fernando Chueca Goitia entworfen, der es sich zum Ziel gesetzt hatte, die unterschiedlichen Baustile Spaniens in einem Dorf zu vereinen. Sein Vorhaben wurde erfolgreich in die Tat umgesetzt. Im Jahre 1965 starteten die Bauarbeiten und bereits im März 1967 konnte das spanische Dorf seine Pforten öffnen. Das historisch anmutende Gelände mit einer Fläche von etwa 26.000 Quadratmetern ist von einer Mauer und romantischen Gassen mit Kopfsteinpflaster umgeben und vollkommen verkehrsfrei. Wer hier zu Besuch kommt, der fühlt sich wie ins Mittelalter zurückversetzt. Tatsächlich finden sich hier allerdings die unterschiedlichsten Baustile wieder, die sich aber erstaunlich gut ergänzen ohne dass der eigentliche charakteristische Stil an sich verfremdet wird oder künstlich wirkt. Das Freiluftmuseum bietet seinen Besuchern zahlreiche Elemente aus muslimischer sowie zeitgenössischer Architektur. Hier wurden hunderte von spanischen Sehenswürdigkeiten nachgebaut. Spanienkenner werden unter anderem Gebäude aus Madrid, Barcelona oder Sevilla wiederfinden. So stehen hier unter anderem Nachbildungen des Hauses von El Greco in Toledo, der Kapelle von San Antonio oder des Patio de los Arrayanes de la Alahambra aus Granada. Doch die Gebäude stehen nicht nur als leere Hüllen zur Besichtigung offen. In einigen der berühmtesten Bauwerken Spaniens befinden sich gemütliche Cafés oder traditionelle Restaurants, in denen man das außergewöhnliche Flair dieses Dorfes bei einer kleinen Erfrischung so richtig in sich aufnehmen kann. Hier lässt man den Alltag vor den Toren zurück und genießt eine kleine Auszeit in einer Oase aus einer anderen Zeit. Auch einige Boutiquen, Souvenirshops und Kunsthandwerksbetriebe sind hier zu finden. Hier kann man zahlreiche originelle, selbst angefertigte Objekte und Andenken erstehen. Das Pueblo Español hält allerdings neben hübschen Fotomotiven, kulinarischen Genüssen und einer gemütlichen Dorf- und Marktatmosphäre noch weitere attraktive Angebote bereit. Es werden hier auch regelmäßig kulturelle Events, Tagungen, Folklorevorführungen und weitere Veranstaltungen abgehalten. Außerdem dient es als malerische Kulisse für einen alljährlich stattfindenden Weihnachtsmarkt.
Ermita de la Santíssima Trinitat

Versteckt und etwas abseits gelegen befindet sich, in der Nähe der Straße von Valldemossa nach Dejà, die sehenswerte Ermita de la Trinitat. Das idyllische Kloster zu deutsch die Eremitage der Heiligsten Dreifaltigkeit, erreicht man über eine abenteuerliche kleine Straße. Der steile Weg wird immer und immer schmaler und wenn man schon fast dabei ist, die Nerven zu verlieren, weil man glaubt, dass es nicht mehr weiter geht, kommt nach einigen Metern an der Klostermauer entlang der große Parkplatz in Sicht. Wer sich den Weg mit dem Auto nicht zutraut, kann eine Wanderung unternehmen. Etwa 900 Meter vor der Klosteranlage kann man bequem parken und den Rest des Weges zu Fuß zur Ermita de la Trinitat zurück legen. Die Anlage liegt malerisch am Rande eines großen Steineichenwaldes und bietet einen atemberaubenden Blick auf die herrliche Umgebung. Die ursprünglich im Jahre 1648 gegründete Klosteranlage besteht aus den Resten eines Oratoriums, einer hübschen Kapelle sowie weiteren kleinen Nebengebäuden. Ursprünglich war die Ermita auf den Ruinen eines ehemaligen Franziskaner-Klosters erbaut worden. Joan Mir i Vallès war der Begründer, der gemeinsam mit dem Rektor der Kartause Valldemaossa das Regelwerk des heutigen Ordens der Heiligen Paulus und Antonius von 1805 verfasste, das noch bis heute seine Gültigkeit hat. Für Besucher zugänglich ist die kleine Kapelle, der hübsche Innenhof, einige Nebengebäude sowie die malerischen Außenbereiche. Hierzu gehört auch der schöne steinerne Balkon, von dem man bis weit über die Küste von Valldemossa blicken kann. Früher war er ein Versammlungsort für die Mönche. In der kleinen Eingangshalle wird auf Fliesenbildern der Begründer der Ermita, Joan de la Concepció Mir i Vallès, dargestellt. Noch heute wohnen einige Mönche dieses Ordens hier. Sie leben größtenteils als Selbstversorger und bewirtschaften die Anlage. In einem schön angelegten Gemüsegarten bauen die Mönche Salate, Lauch, Kohl, Zwiebeln, Tomaten und allerlei duftende Kräuter an. Außerdem betreiben Sie hier einen kleinen Souvenirshop. Es lohnt sich, hier ein wenig zu verweilen und die herrliche Ruhe zu genießen oder den Gesängen der Mönche aus der Kapelle zuzuhören. Hierher verirren sich nur wenige Touristen und man hat das Gefühl, fernab der Zivilisation zu sein. Allerdings kommen am Wochenende zahlreiche Mallorquiner, um sich an den in den Felsen gehauenen Picknick-Tischen niederzulassen und sich zu entspannen.
Eine Wanderung auf den Kanonenberg

Für Wander- und Naturfreunde gilt der sogenannte „Kanonenberg“ im nördlichen Teil der Halbinsel Victòria als ein beliebter Wander-Klassiker auf Mallorca. Auf dem schroffen Berggipfel der Penya des Migdia, was Mittagsfels bedeutet, befindet sich eine alte Kanone, die im 16. Jahrhundert zur Abwehr gegen Piraten von den Einheimischen dort hinaufgeschleppt wurde. Wegen des roten Gesteins nennt man den Kanonenberg auch Penya Roja. Die mittelschwere bis anspruchsvolle Wandertour beginnt am am Parkplatz der Ermita de la Victòria. Der zunächst breite und schattige Waldweg führt am Restaurant Mirador de la Victòria vorbei. Von hier aus hat man eine wundervolle Aussicht über die Bucht von Pollenca. Passiert man den Schlagbaum, wird der Weg steiler und führt nach einer Gehzeit von rund 20 Minuten zum Hauptweg auf den Penya Roya. Für den gut markierten Treppenpfad sollte man über festes Schuhwerk und eine gute Trittsicherheit verfügen. Der Wegverlauf wird von Steinfiguren und vereinzelten roten Punkten markiert und führt aus dem Wald heraus, wo sich dem Wanderer ein fantastischer Panoramablick über die herrliche Bergwelt der Tramuntana eröffnet. Auch kann man von hier aus sehr gut die Halbinsel Formentor erkennen. Weiter führt die Route zu einer historischen Befestigungsanlage. Besonders beeindruckend ist der schmale und niedrige Durchschlupf mit seinem wirklich spektakulären Ausblick. Hierbei handelt es sich um die Überreste eines alten Wachturms. Im weiteren Verlauf folgt ein sehr schmaler Pfad, der an der Felswand durch eine Eisenkette gesichert wird. Hier ist Schwindelfreiheit eine wichtige Voraussetzung. Auf der Aussichtsplattform, dem Mirador, wird man dann mit einem fantastischen Blick auf das Cap de Pinar belohnt. Hier befinden sich auch noch weitere Relikte der alten Befestigungsanlage. Der Rest des Aufstiegs des 355 Meter hohen Penya Roja führt über einen felsigen Pfad mit engen Kehren steil nach oben zum gemauerten Rondell mit der Kanone, die inzwischen durch eine neuere Lafette ersetzt wurde. Von hier aus ist die Aussicht wundervoll. Im Osten erkennt man Menorca, Richtung Südosten schweift der Blick bis zur Talaia de Son Jaumell, im Norden erstreckt sich Formentor und im Westen erheben sich der Puig Tomir und der Puig de Massanella. Die gesamte Tour ist etwa 8 Kilometer lang dauert rund zweieinhalb Stunden. Zu beachten ist außerdem, dass man genug Proviant und Wasser dabei hat, da es unterwegs keine Einkehrmöglichkeiten gibt.
Das prähistorische Dorf von S’Hospitalet Vell

Mallorca ist eine Insel mit lebendiger Geschichte. Beinahe auf Schritt und Tritt trifft man auf historische Zeitzeugen aus vergangenen Tagen. Eine der wohl bedeutendsten archäologischen Fundstätten ist das prähistorische Dorf von S’Hospitalet Vell. Diese sehenswerte Ausgrabungsstätte liegt inmitten von Feldern und Johannisbrotbäumen an der Ostküste Mallorcas. Südlich der Gemeinde Manacor scheint die Zeit stehengeblieben zu sein. Die Fundstätte, die noch immer vom Archäologen des Historischen Museums Manacor bearbeitet wird, umfasst einen weiten geschichtlichen Rahmen. In drei Teilbereichen kann der Besucher direkt zwei wichtige Zeitepochen der mallorquinischen Geschichte entdecken, nämlich die Bronzezeit und die Eisenzeit, die durch die Talayoten geprägt wurde. Wenn man den ersten und zugleich ältesten Bereich der Ausgrabungsstätte betritt, befindet man sich etwa in der Mitte des zweiten Jahrtausends v. Chr. , also direkt im Zentrum der balearischen Bronzezeit. Hier finden sich verschiedene Überreste von vorgeschichtlichen Wohnbauten, auch Navetas genannt. Die Navetas-Siedlungen bestanden meist aus Großsteinbauten mit wenigen Familien, die von Viehzucht und Landwirtschaft lebten. Vier gut erkennbare Überreste der Gebäude befinden sich auf dem Gelände von S’Hospitalet Vell. Das Besondere an diesen Steinbauten war, dass sie die Form von umgekippten Schiffen hatten. Solche Siedlungen waren typisch für die prähistorischen Dörfer auf Mallorca in der Zeit um circa 1.100 v. Chr. Weiter geht der Rundgang durch die, von weidenden Schafen umgebende Ausgrabungsstätte, bis hin zu einem außergewöhnlichen, viereckigen Talayot. Im Gegensatz zu anderen Exemplaren finden sich auf der Mittelsäule des Talayots von S’Hospitalet Vell noch Reste der damaligen Abdeckung. Man nimmt daher an, dass die Dachkonstruktion nicht, wie üblicherweise aus Holzbalken, sondern aus langen Steinplatten gebaut wurde, was weiter zu der Vermutung führt, dass dieser Talayot aus mehreren Etagen bestand. Wahrscheinlich überwachte man von hier aus die Umgebung. Um den Talayot gruppieren sich außerdem einige Häuser sowie eine Säulenhalle. Besonders beeindruckend sind sicher die Überreste eines rechteckigen Gebäudes im letzten Bereich der Fundstelle. Das ungewöhnlich akkurat gebaute Bauwerk, von dem noch drei Lagen gut erhaltener Steinquader zu sehen sind, hebt sich insofern von den restlichen Gebäuden ab, als dass es nicht der Bautechnik der Talayots entspricht. Solche perfekt platzierten zyklopischen Blöcke erinnern eher an altgriechische Mauern aus dem 5. Jahrhundert v. Chr. Man vermutet daher, dass dieses Bauwerk aus der punischen Zeit stammen könnte. Das Gebäude diente wahrscheinlich als Ort für die Truppenrekrutierung der legendären mallorquinischen Steinschleuderer, die man vor hier aus in die Kampfgebiete des westlichen Mittelmeer aussandte.
Die Ermita de La Victoria

Ganz im Norden Mallorcas, auf der Halbinsel La Victoria bei Alcudia, liegt die frühere Einsiedelei Ermita de La Victoria. Hier, fernab vom Massentourismus, inmitten einer zauberhaften und unberührten Berglandschaft, kann man herrlich zur Ruhe kommen und den idyllischen Blick auf die Bucht von Puerto Pollenca und das Cap de Formentor genießen. Ein idealer Ort um beschauliche Spaziergänge oder ausgedehnte Wandertouren durch die wunderschöne Natur zu unternehmen. Die Ermita befindet sich etwa 140 Meter über dem Meer und ist am besten von Alcudia über Mal Pas zu erreichen. Vom Parkplatz aus geht es direkt in ein schönes Restaurant mit Aussichtsterrasse. Auch mit dem Tourenrad lässt sich die Ermita de la Victoria wunderbar erradeln. Unterwegs kann man einen kleinen Stopp am bezaubernden Playa S’Illot einlegen. Die verschwiegene Kiesbucht lädt zum Baden und Relaxen ein. Außerdem befindet sich hier eine kleine Strandbar, die kühle Erfrischungen anbietet. Kurz vor der Ermita de la Vicoria kann man sich nochmals an einer Quelle mit eiskaltem Wasser erfrischen. Der massive Barockbau der Einsiedelei stammt aus dem 14. Jahrhundert und wurde in der Zeit um 1700 komplett restauriert. Der erste Eremit, der sich hier niederließ, war ein Einsiedler mit dem Namen Diego, der ein begnadeter Alchimist war. Das Wasser des Brunnens dieser Einsiedelei hatte den Ruf, dass es eine besondere Heilkraft hatte. Sogar König Alfons V. von Katalonien hat sich deswegen das Wasser der Ermita de la Victoria an seinen Hof liefern lassen. Benannt wurde die Einsiedelei durch die gotische Marienfigur mit dem Namen Jungfrau von La Victoria, die angeblich von einem Hirten im 13. Jahrhundert dort gefunden worden war. Ihr zu Ehren wurde später eine Kapelle errichtet. Als 1551 die Madonnenfigur von arabischen Piraten gestohlen wurde, war die Trauer groß. Der Sage nach soll die Statue aber am nächsten Tag plötzlich wieder unversehrt an ihrem gewohnten Platz gestanden haben. Sieben Jahre später wurde die Madonna von La Victoria erneut gestohlen, doch wieder fand sie den Weg zurück. Danach bliebt der Ort vor Seeräubern verschont. Seither ist die Figur auch bekannt unter dem Namen „Muttergottes des Siegers“. Aus den einstmals kargen Klosterzellen der Ermita de la Victoria entstand eine Herberge mit 12 einfachen, aber gemütlichen Zimmern. Die Herberge ist besonders beliebt bei Wanderern, die hier einen Zwischenstopp einlegen möchten.