Stand up Paddling – Trendsport für jedes Alter

Eine neue Trend-Sportart erobert die Insel. Stand up Paddeln oder kurz SUP ist ein Funsport, der für jede Altersklasse geeignet ist. Ausgerüstet mit einem Board und einem langen Paddel kann man Mallorca von Bucht zu Bucht erkunden. Man gelangt auf diese Weise an einsame Buchten und verschwiegene Strände, die von Land aus kaum zu erreichen sind. Die Sportart, die ihre Ursprünge in der Südsee hat, geht auf polynesische Fischer zurück, die auf einem Kanu stehend von Insel zu Insel paddelten. Anders als beim herkömmlichen Surfen geht es bei dieser Sportart weniger um Action und Schnelligkeit sondern um ein beschauliches auf dem Meer Dahingleiten und den damit verbundenen Naturgenuss. Stehend auf einer Art überdimensionalen Surfbrett, ist der Ausflug auf dem Meer ein herrliches Vergnügen. Neben Board und Paddel genügt es lediglich über einen durchschnittlichen Fitnessstand zu verfügen. Für Neueinsteiger ist es anfänglich ein wenig gewöhnungsbedürftig auf dem schwankenden Board die Balance zu finden, doch mit ein wenig Übung steht einer entspannten Tour entlang der malerischen Küste nichts mehr im Wege. Für Anfänger empfiehlt es sich, einen kleinen Einführungskurs zu belegen um die Grundzüge der SUP-Paddelei zu erlernen. Viele Surfschulen auf der Insel bieten daher 1- bis 2-stündige Einsteigerkurse unter der Leitung erfahrener Surflehrer an. Die Bretter sowie die Paddel kann man sich auch ausleihen, um erst einmal zu testen, ob man für diese Fun-Sportart auch wirklich geeignet ist. Die Bretter sind deutlich breiter als herkömmliche Surfbretter, was einen besseren Stand gewährleistet. Bei den Kursen lernt man, in welchem Winkel man das Paddel am besten ins Wasser tauchen sollte und wie man das Board manövrieren kann. Außerdem trainiert man den Gleichgewichtssinn um auf dem Board zu stehen. Verleihstationen für SUP Ausrüstungen findet man z.B. an der Bucht von Alcúdia, in Paguera, sowie in Porto Colom. Auch werden in den Feriengebieten Mallorcas geführte SUP-Touren angeboten. Mit geschulten Guides entdeckt man abgelegene und verschwiegene Buchten und lernt die Insel aus einer ganz neuen Perspektive kennen. Wer ein besonderes Abenteuer erleben will, der findet unter dem Namen Night SUP nächtliche Paddeltouren in Hafennähe. Auch zu therapeutischen Zwecken oder für gezielte Trainingseinheiten setzt sich das SUP mittlerweile durch. Hier werden auf Mallorca unter dem Namen Physio SUP diverse Kurse angeboten.
Mit dem Roten Blitz von Palma nach Sóller

Es gibt sicher schnellere Verbindungen zwischen Palma und Sóller, aber ganz sicher geht es kaum beschaulicher und nostalgischer als mit dem sogenannten Roten Blitz. Eine Fahrt mit dieser historischen Bahn gehört zu den Highlights auf Mallorca. Dabei sind die Wagen weder rot, noch fährt der Zug so schnell wie der Blitz. Ganz das Gegenteil ist nämlich eigentlich der Fall: die Bahn tuckert in einem eher gemütlichen Tempo durch die wunderschöne Landschaftskulisse zwischen Palma und Sóller. Für die rund 28 Kilometer lange Fahrt benötigt das sehenswerte Vehikel knapp eine Stunde Fahrzeit. Ganz gemächlich verlässt die uralte, elektrische Schmalspurbahn den Bahnhof an der Plaza España in Palma und macht sich ruckelnd auf den Weg nach Sóller. Bei dem außergewöhnlichen, nostalgischen Reiseerlebnis geht es vorbei an üppigen Olivenhainen, duftenden Mandelbaum-Plantagen und grasenden Schafherden. Besonders eindrucksvoll ist die Fahrt zur Zeit der Mandelblüte oder auch, wenn die Orangen blühen, denn dann erstrahlt das goldene Tal von Sóller in einer besonderen Farbenpracht. Während der Strecke durch die Ebene in Richtung Bunyola und durch die herrliche Gebirgslandschaft, passiert der Rote Blitz ganze 13 Tunnels mit einer Länge zwischen 33 Metern und knapp 3 Kilometern. Außerdem geht es über viele Brücken. Eine davon ist das eindrucksvolle 52 Meter lange Viaduct Cinc Ponts, dessen fünf Rundbögen eine Höhe von jeweils 8 Metern haben. Bereits seit dem Jahre 1912 verkehrt der Tren de Sóller oder auch Ferrocarril de Sóller, wie die Einheimischen ihn nennen. Das charmante Holzbähnchen wurde zunächst noch von einer Dampflok gezogen. Später, im Jahre 1927 wurde der Zug durch die Berliner Firma Siemens-Schuckert dann elektrifiziert. Noch heute sind einige der ursprünglichen, holzverkleideten Wägen im Einsatz. Damals diente die Bahn hauptsächlich für den Transport von Orangen aus dem fruchtbaren Tal von Sóller nach Palma. Diese konnten vorher nur per Eselskarren oder mit dem Schiff in die Hauptstadt geliefert werden. Der Weg durch das Tramuntanagebirge sparte viel Zeit. Noch heute bezeichnet man den Zug auch gerne noch als Orangenexpress. Der Begriff „Roter Blitz“ ist übrigens bei den Mallorquinern so gut wie gar nicht bekannt. In den alten Waggons sitzt man auf urigen Holzbänken oder in gemütlichen Ledersesseln. Fünfmal täglich fährt der Zug. Empfehlenswert ist die Fahrt um 10.40 Uhr, denn dann stoppt der Rote Blitz nochmals extra an einem schönen Aussichtspunkt.
Von Artà nach Lluc – Der Fernwanderweg GR 222

Für Wanderfreunde ist Mallorca ein wahres Eldorado. Das gut ausgebaute Streckennetz der Insel bietet Routen für jeden Geschmack und jedes Fitness-Level. Die abwechslungsreiche Flora und Fauna und die atemberaubende Landschaft lassen das Herz jedes Naturfreundes höher schlagen. Sicherlich ein Trekking-Highlight ist der Fernwanderweg GR 222 von Artà nach Lluc, der künftig die Serres de Llevant mit der Serra de Tramuntana verbindet. Die Wanderroute führt durch eine abwechslungsreiche Landschaftskulisse mit besonders sehenswerte Ortschaften, entlang der Küstenregion über das Dünengebiet bei Alcúdia bis in die Berge und bietet grandiose Panoramen. Der Fernwanderweg verfügt derzeit über rund 44 Kilometer erschlossene und gut markierte Routen von denen rund 37 Kilometer zum Hauptwanderweg gehören und 7 Kilometer eine Streckenvariante darstellen. Ist der Fernwanderweg erst einmal ganz erschlossen, so wird der GR 222 rund 135 Kilometer lang sein und über fünf verschiedene Etappen in fünf unterschiedlichen Varianten verfügen. Bereits jetzt sind Teilabschnitte folgender Etappen wanderbar: Etappe 1: Coll des Racó nach Cala Estreta Etappe 2: Platja de S’Arenalet d’Albarca nach Betlem Etappe 3: Colònia de Sant Pere nach Cases de Son Serra de Marina Etappe 4: Santa Margalida nach Inca (aktuell noch nicht fertig gestellt) Etappe 5: Caimari zum Monasteri de Lluc Außerdem ist eine Streckenvariante zwischen Son Serra der Marina und Can Picafort für Wanderfreunde offen. Neben der herrlich vielfältigen Naturlandschaft entdeckt man entlang des Fernwanderweges die für Mallorca typischen Trockenmauern, kommt vorbei an Brunnen, Mühlen und Schöpfrädern und durchquert die saftig grünen Anbaugebiete des Pla de Mallorca. Auch Sehenswürdigkeiten wurden in die Streckenführung mit integriert. So kann man beispielsweise die Festung Castell de Capdepera oder den Torre de Cala Matzocs, einen trutzigen Wehrturm bestaunen. Der Weg führt ebenso vorbei an der Ermita de Betlem und endet schließlich am Santuari de Lluc. Der GR 222 ist für Wanderfreunde jeden Fitness-Levels und jeder Kondition geeignet. Anfangs führt er durch die Berge bei Artà. Hier windet sich die Route mit sanften Steigungen bis auf eine Höhe von rund 383 Metern. Weiter gelangt man zur Küste, wo der Wanderweg entlang schöner Felsformationen und an entlegenen Strandabschnitten vorbei führt. Danach geht es durch die mallorquinische Ebene bis hinein in die Ausläufer des Tramuntanagebirges. Auf dem Coll de sa Batalla, hat man auf 578 Höhenmetern eine spektakuläre Aussicht.
La Gordiola – Die Kunst der Glasbläserei

Die Glasbläserei La Gordiola in Algaida zählt zu einem der beliebtesten Ausflugszielen auf Mallorca. Und wirklich ist es sehr interessant, dabei zuzusehen, wie die schönen und äußerst fragilen Glasbläserarbeiten dort hergestellt werden. Faszinierend ist es, wie das eben noch im glühend heißen Brennofen geschmolzene Material in Minutenschnelle zu bunten Weingläsern, hübschen Vasen und Figuren oder kunstvollen Lampenteilen verarbeitet wird. Schon um etwa 600 v. Chr. wurden auf Mallorca hochwertige Glaswaren produziert. Es waren die Phönizier, die damit begannen, Glas in den unterschiedlichsten Formen herzustellen. Damals wurde das flüssige Rohmaterial allerdings noch in fertige Tonformen gegossen. Historische Funde aus der Gegend um Alcúdia zeugen davon, dass später die Römer das Wissen rund um die zerbrechlichen Güter übernommen haben. Und auch die Araber verstanden sich in der Kunst der Glasherstellung. Sie verwendeten vorzugsweise grünes Glas, nach der Farbe des Propheten. Schon damals entstanden besonders filigrane und verschnörkelte Formen, die sogar teilweise noch nach der Wiedereroberung durch die Christen beibehalten wurden. Diese Jahrtausende alte Tradition der Glasbläserei, wird bei La Gordiola meisterhaft fortgeführt. Die Glasbläser benutzen ein Metallrohr, eine sogenannte Canya, um die noch glühende Masse aus dem Feuer zu holen. Nun wird diese tatsächlich wie ein kleiner Ballon aufgeblasen. Danach wird das zähflüssige Gebilde mit speziellen Zangen in seine gewünschte Form gebracht. Das muss zügig geschehen, denn das Material kühlt schnell ab und lässt sich dann nicht mehr bearbeiten. Zum Schluss wird das fertige Glasprodukt mit dem Tallant, einem scharfen Messer, vom Rohr abgeschnitten und im Wasser ausgekühlt. Früher wurde noch mit Holz und später mit Öl befeuert. Heute schmilzt das Glas, nach Farben getrennt, in einem speziellen Gasofen bei rund 1.200° Celsius. Gegründet wurde die Glasmanufaktur La Gordiola in Algaida im Jahre 1719 von dem katalanischen Glashändler Gordiola und dem Glasbläser Blas Rigal. Während Rigal für den Bau des Brennofens zuständig war, finanzierte Gordiola das Projekt. Damals wurden vorwiegend Elemente der traditionellen Glasbläserkunst aus Venedig verarbeitet. Im Jahre 1790 veröffentlichte Gordiola seinen ersten Katalog über besonders schön gearbeitete Kronleuchter und Lüster. Seine Vision: Diese sollten die Paläste der europäischen Herrscher erleuchten. Auch in Palma befinden sich heute noch zwei weitere Glasbläsereien. Die Betriebe stellen vorwiegend Produkte für Firmen oder Auftragsarbeiten für Privatpersonen her. In den angeschlossenen Shops kann man aber auch sein ganz persönliches Souvenir kaufen.
Santuari de Son Corró – ein prähistorisches Heiligtum

Wer gerne einmal in die Geschichte Mallorcas eintauchen möchte, dem sei ein Besuch des Santuari de Son Corró, dem prähistorischen Heiligtum von Son Corró empfohlen. Die sehenswerte Ausgrabungsstätte im Gemeindegebiet von Costitx liegt etwa 95 Meter über dem Meeresspiegel am Rande eines Feldes auf einem Hang bei Son Corró und birgt interessante Fundstücke und Zeitzeugen aus der sogenannten Talayot-Kultur. Das Santuari de Son Corró besteht aus den Überresten einer Außenmauer sowie einem Altarbereich mit sechs Säulen, die im Zuge der Ausgrabungsarbeiten rekonstruiert wurden. Den Fundstücken auf der Ausgrabungsstätte nach zu urteilen, datieren Archäologen die Erbauung dieses Heiligtums auf die Zeitspanne zwischen dem 4. und 2. Jahrhundert v. Chr., der Phase der sogenannten Talayot-Kultur auf Mallorca. Das Innere des rund 85 Quadratmeter großen Santuari wird von den Talayot Säulen dominiert. Die Außenmauern sind durch Schienen gekennzeichnet. Entdeckt wurde diese Stätte im Jahr 1894. Zu dieser Zeit fand der damalige Eigentümer des Anwesens in Son Corró, Joan Vallespir de Can Pere Pina, drei bronzene Stierköpfe. Die berühmten Stiere von Costitx, Bous de Costitx, befinden sich seit 1985 in Madrid im Archäologischen Nationalmuseum. Bei Ausgrabungen fanden Archäologen heraus, dass es sich bei dieser Stätte um ein post-talayotisches Heiligtum handeln musste. Später wurden noch weitere interesante Fundstücke aus Bronze entdeckt. Das Santuari de Son Corró gehört zu den typischen Bauwerken der sakralen Architektur der talayotischen, welche zum Ende der Bronze- und Eisenzeit auf Mallorca Ihre Blütezeit erlebte. Santuaris dieser Epoche konnten entweder einzeln stehen oder in Siedlungen in Verbindung mit weiteren Kultstätten. Jedoch handelte es sich bei diesen Heiligtümern immer um freistehende Gebäude ohne weitere Anbauten. Betritt man das Santuari, erkennt man, dass die Innenfläche ohne jegliche Unterteilungen erbaut wurde. Das leicht rechteckige Gebäude bestand also nur aus einem einzigen Raum. Die Reste der Außenmauern sind sind in Trockenbauweise errichtet worden. Im Inneren des befinden sich die sechs rekonstruierten Säulen, in sich in zwei parallelen Reihen zu je drei Säulen gegenüberstehen. Bei der Rekonstruktion war dies jedoch ein sehr umstrittener Punkt, da sich die Archäologen uneinig darüber waren, ob das ursprüngliche Heiligtum offen oder überdacht war und ob die Säulen unregelmäßig oder regelmäßig angeordnet waren.
Die Bucht von Sa Calobra

Ein besonderes Highlight auf Mallorca ist die malerische Bucht von Sa Calobra. Sie ist Teil der Gemeinde Escorca und liegt an der Nordwestküste der Insel. Das beliebte Ausflugsziel ist einen Besuch wert, denn schon die Fahrt dorthin ist wirklich spektakulär. Sa Calobra heißt zu deutsch: „Die Natter“ und dieser Name kommt nicht von ungefähr, denn die Zufahrtsstraße ist eine recht abenteuerliche Serpentinenstrecke mit zwölf Haarnadelkurven, die es in sich haben. Ein wenig Fahrgeschick erfordert der Weg zur romantischen mit Kiefern bewachsenen Bucht, die inmitten steiler Felsenwände verborgen liegt und einen wirklich traumhaften Ausblick auf das glitzernde Meer bietet. Gut zwölf Kilometer umfasst die abenteuerliche Strecke auf der MA-2141 durch die wilde Karstlandschaft des Tramuntana Gebirges. Die Straße zur Bucht Sa Calobra, die zwischen Soller und dem Kloster Lluc, ganz in der Nähe des schönen Stausees Gorg Blau einmündet, verläuft über ganze 800 Höhenmeter hinunter zum Ziel. Die Ausblicke auf der Strecke sind einfach atemberaubend, doch als Fahrer sollte man besser die asphaltierte Straße im Auge behalten. Schon zu Beginn sorgt der Weg für einen kleinen Adrenanlinkick. Die Straße, die bereits 1932 durch den italienischen Ingenieur Antonio Paretti geplant wurde, beginnt mit dem spektakulären Nus de sa Corbata, dem sogenannten „Krawattenknoten“, bei dem die Straße in einer 270-Grad-Kurve selbst unter sich hindurch führt. Diese Inspiration soll dem Italiener beim Binden einer Krawatte gekommen sein. Am besten besucht man die herrliche Bucht von Sa Calobra in den späten Nachmittagsstunden. Vorher schlängeln sich meist die Reisebusse den steilen Weg hinauf und hinunter und es kann ab und zu ziemlich eng werden auf der relativ steilen Passstraße. Belohnt wird man dann aber mit einem wundervollen Blick. Besonders eindrucksvoll ist auch die Engstelle Cavall Bernat, die sich zwischen den steil aufragenden, bizarren Felswänden hindurchzieht. Von der wunderschönen Cala Sa Calobra lohnt sich auch ein kleiner Abstecher zur Schlucht Torrent de Pareis. Nach einem etwa 500 Meter langem Fußweg erreicht man diese atemberaubend schöne Mündungsschlucht. Sie ist übrigens die zweitgrößte ihrer Art im Mittelmeerraum. Der winzige Kieselstrand lädt herrlich zum Einspannen und zum Baden im kristallklarem Wasser ein. Wer etwas mehr Zeit hat, kann bei einem gemütlichen Picknick die Seele baumeln lassen oder dem Bachbett folgen. In den zerklüfteten Felsen kann man mehrere kleine Höhleneingänge entdecken.
Der Königspalast La Almudaina

Gleich neben der Kathedrale La Seu von Palma thront der mächtige Palacio de la Almudaina, der Königspalast der Inselhauptstadt. Wer ein wenig Ruhe abseits vom städtischen Trubel sucht, der kann in den hübschen anliegenden Gärten wunderbar flanieren und etwas entspannen. Doch auch der Palast selbst ist einen Besuch wert. Der unübersehbare Palacio de la Almudaina ist eine ehemalige arabische Festung. Im 14 Jahrhundert wurde das eindrucksvolle Bauwerk im Auftrag des Königs Jaume II zum Sommersitz der spanischen Königsfamilie umgebaut. Die Umbauten im gotischen Stil wurden vom bekannten Baumeister Pere Salvá durchgeführt, der auch für den Bau des Schlosses Bellver verantwortlich zeichnete. Heute dient der Palast dem amtierenden spanischen König Felipe VI. als Amtssitz während der Sommermonate. Zu offiziellen Festlichkeiten oder anderen politischen Anlässen ist der, rund 20.000 Quadratmeter große, Bau nur bedingt der Öffentlichkeit zugänglich. Jedoch lohnt es sich, an einer Führung durch die öffentlichen Gebäudeteile teilzunehmen. So befinden sich im Palacio de la Almudaina wunderschön gearbeitete flämische Wandteppiche und Gemälde aus dem 16. und 17. Jahrhundert, die einen Teil der spanischen Geschichte darstellen sollen. Imposant sind besonders die Darstellungen der Schlacht vom Lepanto, bei der im Jahre 1571 die Flotten der Spanier und der Venezianer gemeinsam gegen die Türken kämpften. Weiterhin besichtigt man im Rahmen der Führung einen hübschen gotischen Salon, der häufig für Empfänge genutzt wird. Besonders sehenswert ist die kleine romantische Kapelle Santa Ana. Sie stammt aus dem 14. Jahrhundert. Ihre eindrucksvolle Fassade spiegelt den besonderen Architekturstil der Insel wieder. Der Eingang, im römischen Stil erbaut, zeigt imposante Ornamente, die mit fantastischen Tierabbildern verziert sind. Im Inneren der Kapelle befindet sich ein sehenswertes Bild des mallorquinischen Künstlers Rafael Mojer, das er im Jahre 1465 erschuf. Insgesamt verbindet die Anlage maurische und christliche Bauelemente auf harmonische Art und Weise miteinander. Sehenswert ist außerdem der schattige, arkadengesäumte Innenhof im gotischen Stil. Aus den Fenstern des Palacio de la Almudaina blickt man auf den wunderschön angelegten Königsgarten, der zu einem kleinen Spaziergang einlädt. Besonders ins Auge sticht eine Skulptur im „S’Hort del Rei“. Bei diesem außergewöhnlichen Kunstwerk handelt es sich um eine Arbeit des berühmten katalanischen Malers, Bildhauers und Grafikers Joan Miró.
Pollensa – 365 Stufen zum inneren Frieden

Pollensa oder auch Pollença im Inselnorden Mallorcas ist ein idyllischer Ort mit einer ganz besonderen Atmosphäre. In den engen, lauschigen Gassen spiegelt sich der maurische Einfluss wieder und die saftig grünen Zypressen, die malerisch die „Via Crucis“ zum Kalvarienberg säumen, sorgen schon fast ein wenig für toskanisches Flair. Künstlerisch, verschlafen und ursprünglich strahlt das Dorf eine wohltuende Gelassenheit aus. Nicht umsonst haben sich hier viele Künstler niedergelassen, die vom bezaubernden Charme Pollensas inspiriert werden. Der Puig de Calvari, wie die Einheimischen den Kalvarienberg auch nennen, zählt neben der historischen Altstadt zu den Hauptsehenswürdigkeiten des Örtchens. Um den Gipfel des rund 170 Meter hohen Berges zu erreichen, muss man einen mehr oder weniger anstrengenden Aufstieg bewältigen. Aber der Weg über die 365 Stufen aus Naturstein lohnt sich. Schon auf dem Weg über die uralten Treppen, die steil und schnurgerade den Hang hinaus führen, erlebt man herrliche Ausblicke hinunter in die pittoreske Altstadt mit ihren schönen Kirchen und alten Gebäuden. Wer den Kalvarienberg auf traditionelle Art besteigen möchte, sollte sich Zeit nehmen und jede der insgesamt 365 Stufen einzeln zählen. Sinnbildlich steht jede Stufe für einen Tag des Jahres. So wird beim Hinaufgehen das alte Jahr nochmals Revue passiert. Beim Hinabgehen werden dann auf diese Weise Wünsche für das neue Jahr kreiert. Oben angekommen, erreicht man eine kleine sehenswerte barocke Kapelle aus dem Jahre 1795 und wird mit einem wirklich traumhaft schönen Ausblick belohnt. Der Blick schweift über die Dächer Pollensas zur erhabenen Berglandschaft des nördlichen Tramuntanagebirges bis weit hinaus aufs schimmernde Meer. Weiter in der Ferne ist Alcudia auszumachen. Auch kann man die beiden Halbinseln Cap des Pinar und Formentor erkennen. Bei klarem Wetter ist der Anblick einfach sensationell. Am besten macht man sich schon früh am Morgen auf dem Weg, um die Mittagshitze zu meiden. Wer am Sonntag kommt, kann den Ausflug mit einem Besuch auf einen der schönsten Wochenmärkte Mallorcas verbinden. An anderen Tagen kann man sich entspannt in einem der vielen gemütlichen Cafés an der Plaça Major erfrischen. An religiösen Feiertagen finden regelmäßig kirchliche Prozessionen statt, an denen das Kreuz Jesu auf den Kalvarienberg getragen wird. Auch während der Hauptsaison ist Pollensa nicht überfüllt und die Besucher haben genügend Raum für Besinnung auf dem Weg über die längste Treppe Mallorcas.
Die Ruinen des Campament dels Soldats

Die Region rund um Cap Ferrutx im Nordosten Mallorcas gilt als eine einsame, verkarstete Ecke der Insel, die menschenleer und verlassen wirkt. Dennoch ist sie ein sehr beliebtes Ziel von Wanderern, Abenteurer und Entdeckern. Bei einer Tour in der Nähe des Ortes Artà, lohnt sich ein Besuch der Ruinen des Soldatenlagers Campament dels Soldats. Zur Zeit der Franco-Diktatur gehörte die Anlage zu einer von insgesamt 104 Arbeitslagern. Heute zeugen die eindrucksvollen Ruinen vor der Zeit, als in dem Soldatenlager zwischen den Jahren 1930 und 1944 rund 750 Zwangsarbeiter untergebracht waren. Bei den meisten handelte es sich um ehemalige Soldaten, die der vormaligen republikanischen Armee angehörten. Doch auch Zivilisten waren unter den Insassen, bei denen es sich hauptsächlich um politische Widersacher Francos handelte. Die Soldaten wurden hierher verfrachtet, um eine massive Verteidigungslinie an der Küste zu errichten. Diese sollte zwischen dem Cap de ses Salines und Port de Pollenca entstehen. Zudem sollte als Zugang zum Puig de sa Tudossa eine Militärstraße gebaut werden, da auf dem Berg eine Flugabwehranlage installiert werden sollte. Die Straße sollte eine Gesamtlänge von etwa sechs Kilometern haben. Doch weder die Militärstraße, noch die Einrichtung zur Flugabwehr wurden je fertiggestellt. Unter menschenunwürdigen Bedingungen wurden die Zwangsarbeiter zunächst mit dem Zug von Palma nach Artà gefahren. Von hier aus mussten sie den Rest des Weges zu Fuß marschieren. Die geschundenen Arbeiter waren zunächst in einem Zeltlager untergebracht. Doch viele erkrankten nicht zuletzt wegen des oft sehr zugigen Windes in dieser Region. So wurde auf dem Grundstück des Lagers eine gemauerte Baracke als Unterkunft errichtet. In den späteren Jahren von 1943 bis 1948 war dann in dem ehemaligen Arbeitslager eine Kompanie spanischer Soldaten stationiert. Nach dem Abzug der Soldaten verfiel die verwaiste Anlage zusehends. Zum Gedenken an das Arbeitslager errichtete die Inselregierung der Balearen im Jahre 2002 einen Gedenkstein. Auf Wunsch der Soldatenvereinigung Associació del Campament dels Soldats wurde 2011 der Grundriss des Lagers wieder rekonstruiert und Teile der Lagergebäude freigelegt. Für Wanderer ist der steinige und steile Pfad hinunter zum Soldatenlager eine schöne Herausforderung. Die als Route Nummer 4 ausgeschilderte Strecke führt an den inseltypischen malloquinischen Steinmännchen vorbei, die man auf vielen Wegen und Pfaden auf der Insel antrifft.
Mallorca auf zwei Rädern erkunden

Mallorca hat für Jeden etwas zu bieten. Lange Strände, charmante Dörfer, eine sehenswerte Hauptstadt, quirlige Partymeilen, verschwiegene Buchten, atemberaubende Berge und viele herrliche Naturschönheiten. Genau aus diesem Grund sind es auch die unterschiedlichsten Aktivitäten, die das Inselleben so attraktiv machen. Eine ganz individuelle Alternative Mallorca zu erkunden, ist auch eine Tour mit dem Motorrad. Das gut ausgebaute Straßennetz und die hohe Dichte an Tankstellen und Servicebetrieben lassen Bikerherzen höher schlagen. Das milde Klima und das sonnig warme Wetter machen fast das ganze Jahr über spannende Erkundungstouren möglich und immer wieder entdeckt man verschwiegene Plätze und versteckte Orte, die man vorher noch nicht gesehen hat. Besonders schön ist die Insel zur Zeit der Mandelblüte, wenn in den Monaten von Januar bis März Mallorca von einem herrlich duftenden Blütenmeer bedeckt ist. Nicht alle verschwiegenen Strände sind mit dem Auto zu erreichen. Mit dem Bike oder einem Geländemotorrad ist man flexibler und kann auch unwegsame Strecken befahren. Einem entspannten Beach-Tag oder einem gemütlichen Picknick in einem idyllischen, abseits gelegenen Fleckchen Natur steht so nichts mehr im Wege. Auch kleine gemütliche Küstenstraßen lassen sich mit dem Motorrad wunderbar abfahren. Unterwegs laden kleine Fischerdörfchen zu einer kühlen Erfrischung ein. Zum gemütlichen Cruisen mit dem Bike oder dem Scooter bieten sich entspannte Touren durch das wunderschöne Tramuntanagebirge an. Der Kurvenspaß in den Bergen führt entlang beschaulicher Passstraßen, bei denen man bis auf 1.600 Meter gelangt. Immer wieder bieten sich atemberaubende Ausblicke auf das Meer und die Berglandschaft. Naturfreunde fahren durch schattenspendende Wälder oder aromatische Olivenhaine und kehren unterwegs in einer der hübschen kleinen Bodegas ein. Speziell für Biker haben zwei Deutsche eigens eine Bar für Motorradfreunde ins Leben gerufen. Die hübsch gestaltete Location liegt an der Straße nach Manacor und nennt sich „Los Ultimos Mohicanos“, „Die letzten Mohikaner“. Es ist im amerikanischen Stil eingerichtet, bietet American-Food und Drinks und rockige Livemusik. Am Wochenende sollte man die sehenswerten Tanz- und Showeinlagen an der Bar nicht verpassen. Wer kein eigenes Motorrad besitzt, muss auf eine abwechslungsreiche Biker Tour nicht verzichten. Überall auf der Insel gibt es Vermietungen von Bikes und Rollern. Hier erhält man auch oft gute Ausflugstipps.