Sie gelten noch immer als Geheimtipp, obwohl sie durchaus eines der sehenswerten Highlights bei einem Besuch in Palma sind. Die Rede ist von den sogenannten Banys Arabs, den arabischen Bädern im Herzen der mallorquinischen Hauptstadt. Doch hierher verirren sich nur wenige Touristen, denn solch eine historische Anlage lässt sich nur schwer zwischen den alten Häuserfassaden in den engen Seitengassen um die Kathedrale vermuten. Der Eingang ist eher unscheinbar und so passiert es schon einmal, dass man das offene Tor zu den Bädern übersieht.
Für eine erholsame Verschnaufpause während eines Besuchs im quirligen Palma eignen sich die arabischen Bäder besonders gut, die wie eine unwirkliche Oase im Altstadtgetümmel wirken. In dem historischen Bauwerk aus der maurischen Zeit scheint für einen Augenblick die Zeit still zu stehen und in der hübsch angelegten Gartenanlage im Eingangsbereich findet man ein wenig Ruhe und Beschaulichkeit. Die kleine Anlage stammt etwa aus dem 10. bis 12. Jahrhundert.
Der imposante Hauptraum ist in der Form eines Würfels gebaut und hat ein Seitenschiff, ähnlich einer Kirche. Die Kuppel mit ihren fünf Oberlichtern besteht aus Ziegelsteinen und wird von 12 Säulen getragen. Obwohl vom eigentlichen Bad nur noch wenige Überreste zurückgeblieben sind, kann man einige Details noch gut erkennen. Besonders sehenswert ist das sogenannte Calarium, ein arabisches Dampfbad. Die Atmosphäre ist besonders bezaubernd, wenn das Sonnenlicht durch die sternförmigen Öffnungen in der Decke strahlt.
Insgesamt beherbergte Palma einst fünf Bäder dieser Art, doch das Banys Arabs ist das einzige noch halbwegs erhaltene davon. Denn als die Insel im Jahre 1229 von König Jaume I. zurückerobert wurde, ließ er nahezu alles zerstören, was an die Mauren erinnerte. Die Nutzung von Bädern dieser Art geht ursprünglich auf die Zeit der Römer zurück. Die Araber bezeichneten ihre Heiß- und Kaltwasserbäder als „Hamam“.
Im Garten und im Innenhof der kleinen Bäderanlage kann man wunderbar die Seele baumeln lassen. Neben Bänken und schattenspendenden Bäumen befindet sich hier eine gemütliche kleine Cafeteria, in der man bei einer Erfrischung, begleitet nur vom Gesang der Vögel, eine kleine Auszeit abseits der Touristenrouten Palmas nehmen kann. Das sehenswerte Areal mit seinen zwei arabischen Badehäusern befindet sich auf der Carrer de Can Serra 7. Der Zugang ist von der Kathedrale aus beschildert.