{"id":64777,"date":"2017-03-04T09:57:27","date_gmt":"2017-03-04T08:57:27","guid":{"rendered":"https:\/\/lucie-hauri.hostpress.me\/die-stierkoepfe-aus-costitx\/"},"modified":"2025-01-06T14:55:42","modified_gmt":"2025-01-06T13:55:42","slug":"die-stierkoepfe-aus-costitx","status":"publish","type":"post","link":"https:\/\/www.lucie-hauri.com\/es\/die-stierkoepfe-aus-costitx\/","title":{"rendered":"Die Stierk\u00f6pfe aus Costitx"},"content":{"rendered":"<div data-elementor-type=\"wp-post\" data-elementor-id=\"64777\" class=\"elementor elementor-64777\" data-elementor-post-type=\"post\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-79e0dfe9 e-flex e-con-boxed e-con e-parent\" data-id=\"79e0dfe9\" data-element_type=\"container\">\n\t\t\t\t\t<div class=\"e-con-inner\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-element elementor-element-34ef741e elementor-widget elementor-widget-text-editor\" data-id=\"34ef741e\" data-element_type=\"widget\" data-widget_type=\"text-editor.default\">\n\t\t\t\t<div class=\"elementor-widget-container\">\n\t\t\t\t\t\t\t\t\t<p>Fernab vom Massentourismus befindet sich der kleine Gemeindeort Costitx. Das rund 1.200 Einwohner z\u00e4hlende St\u00e4dtchen n\u00f6rdlich von Inca beherbergt eine der wohl geschichtstr\u00e4chtigsten Ausgrabungsst\u00e4tten Mallorcas. Hier entdeckte im Jahre 1894 der Mallorquiner Joan Vallespir de Can Pere Pina auf seinem Anwesen, dem Landgut Son Corr\u00f3, wertvolle Bronze-Stierk\u00f6pfe in Lebensgr\u00f6\u00dfe. Der Fund der Caps de Bou de Costitx rief die arch\u00e4ologische Gesellschaft auf den Plan, die kurz darauf mit ihren Ausgrabungen begann. Dabei wurde eine historische Kultst\u00e4tte mit weiteren Gegenst\u00e4nden aus der talayotischen Zeit entdeckt. Bis heute gelten jedoch die drei Stierk\u00f6pfe als die spektakul\u00e4rsten Funde der Ausgrabungsst\u00e4tte.<\/p><p>Die bronzenen Caps de Bou stammen aus dem 6. bis 5. Jahrhundert v. Chr. Sie sind aus einem St\u00fcck gegossen. Bemerkenswert daran ist die detailgenaue Nachbildung. Augen, N\u00fcstern, Maul und H\u00f6rner der Stierk\u00f6pfe wirken verbl\u00fcffend nat\u00fcrlich. Jeder der Stiere von Costix verf\u00fcgt \u00fcber eine gro\u00dfe \u00d6ffnung. Man nimmt an, dass diese K\u00f6pfe damals an Schiffen angebracht waren und als Gallionsfiguren dienten. M\u00f6glicherweise wurden die Caps de Bou von talayotischen Piraten als Beute genommen.<\/p><p>Da die Stierk\u00f6pfe von Costix eine gro\u00dfe \u00c4hnlichkeit haben mit Fundst\u00fccken aus Griechenland, Portugal, und Persien sowie K\u00f6pfen, die auf Malta und Sardinen entdeckt wurden, gehen Historiker davon aus, dass die balearischen Ureinwohner schon in der Fr\u00fchzeit einen regen Kontakt zu anderen Kulturen gepflegt haben m\u00fcssen.<\/p><p>Die Caps de Bou gelten als ein Zeugnis des traditionellen Stierkultes der Talayots. Im Mittelmeerraum gilt der Stierkult als eine sehr alte Tradition. Fresken und Abbildungen, beispielsweise auf Kreta, weisen darauf hin, dass bereits um etwa 1.500 v. Chr. dieser Kult gepflegt wurde.<\/p><p>Die Originale der Stierk\u00f6pfe sind heute im Nationalmuseum in Madrid ausgestellt. Warum das so ist, hat seinen Grund: Damals durfte jeder Eigent\u00fcmer eines arch\u00e4ologischen Fundortes Geld f\u00fcr seine Fundst\u00fccke verlangen. Die arch\u00e4ologische Gesellschaft hatte leider nicht die Mittel, um den Fund aufzukaufen. Damit die K\u00f6pfe nicht in die H\u00e4nde von Kunsth\u00e4ndlern gelangten, wurde ein Presseaufruf gestartet. Zwei Mallorquiner schalteten daraufhin die Zentralregierung in Madrid ein und die K\u00f6pfe konnten im Nationalmuseum untergebracht werden.<\/p><p>Heute sind im Santuari de Son Corr\u00f3, dem Kulturhaus von Costitx, detailgetreue Nachbildungen der Stierk\u00f6pfe zu sehen. Die original Ausgrabungsst\u00e4tte Santuari Talai\u00f2tic de Son Corr\u00f3 befindet sich rund 2 Kilometer vom Ortszentrum entfernt und kann besichtigt werden.<\/p>\t\t\t\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>\n\t\t\t\t<\/div>","protected":false},"excerpt":{"rendered":"<p>Fernab vom Massentourismus befindet sich der kleine Gemeindeort Costitx. Das rund 1.200 Einwohner z\u00e4hlende St\u00e4dtchen n\u00f6rdlich von Inca beherbergt eine der wohl geschichtstr\u00e4chtigsten Ausgrabungsst\u00e4tten Mallorcas. Hier entdeckte im Jahre 1894 der Mallorquiner Joan Vallespir de Can Pere Pina auf seinem Anwesen, dem Landgut Son Corr\u00f3, wertvolle Bronze-Stierk\u00f6pfe in Lebensgr\u00f6\u00dfe. Der Fund der Caps de Bou de Costitx rief die arch\u00e4ologische Gesellschaft auf den Plan, die kurz darauf mit ihren Ausgrabungen begann. Dabei wurde eine historische Kultst\u00e4tte mit weiteren Gegenst\u00e4nden aus der talayotischen Zeit entdeckt. Bis heute gelten jedoch die drei Stierk\u00f6pfe als die spektakul\u00e4rsten Funde der Ausgrabungsst\u00e4tte. Die bronzenen Caps de Bou stammen aus dem 6. bis 5. Jahrhundert v. Chr. Sie sind aus einem St\u00fcck gegossen. Bemerkenswert daran ist die detailgenaue Nachbildung. Augen, N\u00fcstern, Maul und H\u00f6rner der Stierk\u00f6pfe wirken verbl\u00fcffend nat\u00fcrlich. Jeder der Stiere von Costix verf\u00fcgt \u00fcber eine gro\u00dfe \u00d6ffnung. Man nimmt an, dass diese K\u00f6pfe damals an Schiffen angebracht waren und als Gallionsfiguren dienten. M\u00f6glicherweise wurden die Caps de Bou von talayotischen Piraten als Beute genommen. 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Warum das so ist, hat seinen Grund: Damals durfte jeder Eigent\u00fcmer eines arch\u00e4ologischen Fundortes Geld f\u00fcr seine Fundst\u00fccke verlangen. Die arch\u00e4ologische Gesellschaft hatte leider nicht die Mittel, um den Fund aufzukaufen. Damit die K\u00f6pfe nicht in die H\u00e4nde von Kunsth\u00e4ndlern gelangten, wurde ein Presseaufruf gestartet. Zwei Mallorquiner schalteten daraufhin die Zentralregierung in Madrid ein und die K\u00f6pfe konnten im Nationalmuseum untergebracht werden. Heute sind im Santuari de Son Corr\u00f3, dem Kulturhaus von Costitx, detailgetreue Nachbildungen der Stierk\u00f6pfe zu sehen. 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